Druckschrift 
Gespräche in dem Reiche derer Todten ... zwischen dem türckischen Käyser, Bajazeth I. der von seiner weltlichen Hoheit so tieff herab gefallen, daß er sein Leben, als ein Gefangener, in einem eisernen Käfig, elendiglich geendet, und dem persianischen Schach, Sefi, welcher in dem letzt-verwichenen Seculo geherrschet hat : worinnen die über alle Massen denckwürdige Historie des Bajazeths, folglich eine Erzehlung grosser Grausamkeiten ... enthalten ...
Entstehung
Seite
63
Einzelbild herunterladen
 

_ «0Z ( 65 ) ZH» _

aussallen Seiten ßstden lieffe,dem fechtenden Soldaten mit einer rechtdonnernden Stimme zuriessund mit einem Helden-Muth commanöirte,über alle Massen animiret wurde,cisssnäirte sich recht Löwen - mäßig, undthat so, wie es von braven Leuten nur immer mag verlanget werden, wo-durch ein zehrnstünSiges Schlachten und Würgen verursachet wurde.Binnen der Zeit musten auch viele Menschen, die weder Säbel, Spiesse,noch Pfeile brrühreten,vor Durst, niederfallen und verschmachten, oderim Staube ersticken,weil an Sem Tag der Schlacht eine gantz unleidlicheHitze gewesen., Viele Pferde kamen eben so um. Der Sieg blieb in,dessen immer zweiffelhafftig biß es sich endlich,gegen fünffUhr des Abendsereignete,daß meine ^rmöe auseinmcchl anfieng zu weichen,und in Unord-nung zu geeathen. , Ich hielte denen, welche die Flucht am ersten ergrif«fen,meisten sonst mächtigen Säbel,vor dem so viele Lande erzittert,vor dieAugen,und wolle sie damit zurücke treiben, befände ihn aber diesesmahlzu schwach. Ich ließ viele von Lenen Flüchtigen tödten, hieb auch selberauffsie loß,und würgete wie ein grimmiges Tvger unter ihnen. Gleich«wohl halffalles nichts,sondern es wurde die Menge derer Flüchtigen end-lich so groß,daß sie such diejenigen ^Zioneu und Haussen,welche annochin guter Ordnung stundewund begierig waren zu streiten, gleichwie eineausgebrochene Meeres-Fluth zu thun pfleget, wann sie etwas antrifft,überschwemmeten und mit ihnen von dannen rissen. Igmerlgn , solchessehende,trieb die Seimgen,mit entsetzlicher Wukh. immer mehr und mehrast,und in dieMeinigen hinein, biß dieser ihre Oonüition allgemein war,und sie zu einer gäntzlichen Flucht gebracht wurden , auf der man sie diegantze Nacht hindurch verfolgete.

Ich meines Orts hielte, fast zu allerletzt,noch eine ziemliche Weile,zuPferde, aufeknem Hügel, hatte mithin den Schmertzen meinegeschlagen und flüchtig zu sehen , weßwegen mein Hertze im Leide hätteBlut weinen mögen. Ich fluche«,murre« und brumme« nicht wenigaufdenlsaiLrlgi^mustemichabLssendlich, eine Stunde vor der SonnenUntergang,ebenfalls nach der Flucht umsehen, und hätte leichtlich entwi«schenkönnen. MeineHundechingegen,dievonihrenWärtern in derAngst und Lgnsuüon verlassen, auch Kuppel-loß worden waren, kamengelausten und suchten mich, ihren Herrn, machten mithin ein grossesGeheul und Getöß. ^ Daraus schlossen einige von denen feindlichenhohen 0Kiciers,ich müste da seyn,wo sich die Hunde so kaut erwiesen, undWen starck auf selbigem Strich, biß brey Stunden weit nachjagen;

da