In der Elbe finden sich Welse, Störe, Sander, Hechte, Karpfen,Aale und Lachse, letztere auch in der Mulde und Zschopau. Die Ge-birge fiüsse und Bache haben vorzüglich Forellen, die des NiederlandesKrebse. Die Teiche geben Karpfen, Hechle, Dorsche und Schleißen.
K u n st f l e i ß.
i) Linnenwcbereien im allgemeinen über das ganze Landverbreitet, vorzugsweise in der Lausitz und besonders in dem Theile,der mit Böhmen grenzt. Man fertiger Lcincwand aller Art, Bat-tist, Damast, Kanefas, Zwilliche, Driüicht, Segeltuch, Maler-leinewand. Der Haupksitz der Oamastweberci ist GroßschönaN beiZittau.— Hiermit verwandt sind die Band , Spitzen-, Näh - undSkrickzwirnfertigungen. Erstere finden sich vorzüglich in der Um-gegend von Radcberg und PulSnitz, letztere im Dorfe Laubegast ander Elbe. 2) Wirkereien in Schaafwvlle, diese liefernvorzüglich Tuche, Kasimir, Flanell, Merino, Strümpfe und Bän-der. Die Orte, wo selbige besonders vorherrschend betrieben wer-den, sind Großenhain, Bautzen, Zittau, Oschatz, Oederan, Ca-menz «nd Kirchbcrg. 3) Fabriken in B a u mw 0 ll en w a a-ren, die sich um und in Chemnitz und Plauen und in den Schön-burgischen Besitzungen gesammelt haben. Man fertiget besondersMousselin, Kattun, Piquee", Manchester und Strumpfwaaren.Garnspinnmühlen findet man an vielen Orten, besonders umChemnitz. 4) Fabriken von Vergwerksgegenständcn,diese begreifen die im Erzgebirgischen Kreise zerstreut liegendenEisen - Kupfer - Zinn- Domback- und Drathhämmer, die Eisen-Glocken- Stück - Schrot - und Kunstgießereien; ferner die Gewehr-Feilen - Nadel - Knopf- und Wollkrämpclfabriken; dann die Vi-triol- Alaun - Gift- und Blaufarbenwerke, die Pulvermühlen undSalpetcrsiedereien; die Vleiweiß- Mennig - Steingut - Thonpfeifen-Farben-und Siegellackfabriken; endlich die Glashütten, Kalköfen,und Ziegelbrenncreien. Scrpentinsteinwaaren werden zu Zöblitzgefertiget; Schriftgießereien giebt es zu Dresden und Leipzig ;Gewehrlaufschmieden zu Olbernhau; Schmelztiegel bereitet man inWaldenburg; Messingwerke finden sich zu Rodewisch im AmteVoigtsberg. Eine Stahlraffinerie wird zu Schedewitz bei Zwickaubetrieben. In Meißen ist die bekannte Porzellanfabrik und beiFreibcrg das berühmte Amalgamirwerk. — Die Auffindung vonSalzquellen in der Nähe von Groitzsch, ist bisher noch nicht ge-glückt. 5) Fertigung musikalischer Instrumente wirdin der Gegend von Adorf und Klingemhal im Vojgtlande, beiOlbernhau, und waS gute Instrumente anbelangt, in Dresdenund Leipzig betrieben- 6) Für Fabriken in Holz ist die Um-gegend von Seifen und Heidelbach im Amte Freiberg der Haupt-sitz, die ihre merkantilifchen Geschäfte und Niederlagen besondersvon Grünhainigen im Amte Augustusburg betreiben- Korb-waaren kommen aus den Dörfern in der Gegend von Dres-den, Schwarzenberg und besonders Wagenkörbe von Wurzen.Die Umgegend von Rabenau liefert viel Stuhlgestelle und Pressen.Feine Tischlerwaaren werden in Dresden, Leipzig und Herrn»
huth gefertiget; gute Drechslerwaaren zu Dresden.— Fa-briken zum Holzverbrauch bestehen in den Kohlenbrennereien, Theer»und Pechsiedereien in den Waldungen des Erzgebirgischen- Voigt-ländischen - und obern Meißnerkreises. 7) S t r 0 h fab r ik en undFlechtereien von S trohhüthen sind in Dresden, Kreischa,Dohna und Possendorf zu finden. 8) Die Spitzenklöpp ei.e iwird zwar nicht fabrikmäßig betrieben, beschäftiget aber zwischenMarienberg und Annaberg außerordentlich viel Hände. Die Marrienberger Gegend liefert besonders schwarz« Spitzen, die Annasberger weiße Spitzen, Schmelzspitzen und Eorl. y) Die Leder-bereitung wird in den größern Städten mit Fleiß betrieben,unter den kleinern Orten zeichnet sich die Stadt Dippoldiswaldaaus. 10) Große Bleich anstalten findet man um Chemnitz,Plauen, Zschopau und in dem obern Theile der Lausitz.
Handel und Handelsplätze.
Vor der, als Folge des letztem Kriegs, erfolgten Abtretungeines Theils des Landes, war Leipzig der Mittelpunkt des Säch-sischen Handels, er ist es zwar noch, aber seine dermalige un-günstige Lage an der Grenze des Königreichs und die jetzt fürden Handel zweckmäßigere Benutzung des Elbstrvms, macht, daßcs die Handclsvortheile zum Theil Dresden mit überlassen muß.Inzwischen werden auf der Leipziger Jubilate, oder Ostermessebedeutende Geschäfts gemacht, und von einer guten oder schlech-ten Messe hangt größtcnkhcils der mehr oder mindere Vertriebder Sächsischen Fabrikate ab. — Noch ist di« Leipziger jährlicheBuchhandiermesse, die für diesen Artikel der Marktplatz für ganzDeutschland ist, zu bemerken. Außer Leipzig genießen mehrereOrtschaften Jahrmarktsgerechtigkeit. — Große Eetraidemärktesind zu Radeburg, Pirna, Leißnig, Chemnitz, Annaberg, Plauenund Bautzen. -— Roß - und überhaupt Viehmarkte werden ge-halten zu Eisenberg, Bischofswerda, Colditz, Kelschenbroda, Leip-zig (Rvßmarkl), Markranstädt, Nossen, Schnceberg, Oschatz,Pirna, Radeburg, Reichenbach und Zwenkau. Wosimärkte sindzu Leipzig, Dresden, Bautzen, Zwickau und Plauen. — WasSachsen ausführet, bestehet hauptsächlich in Wolle und Woll-waaren, Baumwollenzeugen, Leinwand, Spitzen, Strohflechtcrcien,rohem Garn, Productcn des Mineralreichs, Schachteln und höl-zernen Spielwaaren und Bücher.
Münzen.
Buch und Rechnung geschiehst nach Thalern im Konven-tionsfuß. An ausgeprägtem Gelde hat man:
n) in Golde: einfache und doppelte Augustd'or zu 5 Thlr.8 gl. und 10Thlr. 16 gl., Ducaien zu 3 Thlr. b) in Silber:Speciesthaler zu i Thlr. 8 gl., Gulden zu 16 gl., halbe Guldenzu 8 gl., Viergroschen - Zweigroschen - Eingroschen - und halbe Gro-schenstücke. e) in Kupfer: Vier- Drei- und Einpfennigstücke,ä) Papiergeld: Zwei-und Einthälriche Cassenbillets.
M a a ß.
») kängenmaaß. Die Elle hält r Fuß, der Leipziger
Baufuß hält rsZxZx der Leipziger gemeine Fuß 125/0 und derDresdner Fuß i2Lx franz. Linie. Die Sächsische Landruthe hält7 Ellen 14 Zoll, die Baurukhe 8 Ellen, die Bergwerkslachter ZZ-Leipziger Elle und die Klafter 3 Dresdner Ellen. Die Sächsischgcograph. Meile hält 23,661 Rheiniändische Fuß und dieMilitair-Landesvermessungsmeile 12,020 Dresdner Ellen. Der DresdnerFuß verhält sich zum Rheinländischen wie 125,zu 139,1z.
b) Flächenmaaß. Die Ruthe hält 57 //^ Lcipz.Ellen. Der Sächsische Acker ist gleich 302 m Ruthen.
c) Körpcrmaaß. a) beim Getreide: 1 Mispel — 2 Mal-ter — 24 Scheffel — 96 Viertel — 192 Metzen. Ein DresdnerScheffel hält 1Ü6 Pfund Rocken — 536i,g PariserKubikzoll. , 3 )bei Flüssigkeiten: 1 Eimer — 72 Kannen, die Kanne — 45HPariser Kubikzoll. Der Leipziger Eimer — 6z Kannen 126 Nößel,die Kanne — 60,7 Pariser Kubikzoll. In Dresden hält ein Ge-braue Bier — 24 in Leipzig — ,6 Faß.
ck) Gewicht. Der Centner Handelsgewicht — n 0 Pfund,der Centner Fleischergewicht — 102 Pfund, der Centner Bergge-wicht — 114 und der Centner Stahlgewicht — 118 Pfund. DasPfund durchaus — 9716 holländische Aße. — Bei Gold - undSilber wird nach kölnischer Mark gerechnet. Garn und Spinnereienwerden nach Stücken, Strähnen, Zahlen, Gebinden und Fäden gezahlt.
Unterrichtsanstalten.
i) allgemeine. Unter den Lehranstalten steht die Univer-sität Leipzig an der Spitze, dann folgen die Fürstenschulen zu Mei-ßen und Grimma und an diese schließen sich die lateinischen Schulenoder Gymnasien zu Dresden, Leipzig, Bautzen, Freiberg, Chem-nitz, Zwickau, Zittau, Großenhain, Annaberg, Schneeberg, Plauenund verschiedene andere kleinere an. In Summa sind 15 Gymna-sien und gelehrte Schulen im Lande. In den Landstädten sind Bür-ger - und Armenschulkn. Für die Jugend der Dorfbewohner istdurch Landschulen zweckmäßig gesorgt. — Die Schullehrer erhaltenihre Bildung in den Schullehrerseminarien zu Dresden und Freiberg.— An einigen Orten sind Industrieschulen, auch Sonntagsfchulenfür Handwerkslehrlinge, und in einigen Ortschaften des Erzgebir-ges Berg - und Klöppelschulen. In Dresden befindet sich eine ledig-lich nur von den Maurerlogen erhaltene Kindererziehungsanstalt.2) besondere. Das Kadetteninstitut; die Militairacademie;die Dergacademie zu Freiberg; die Forstlehranstalt zu Tharand;die Zeichen- und Bauacademie in Dresden und in Leipzig; die chi-rurgisch-medicinische Akademie in Dresden; die Hebammenanstaltdaselbst; das Blindeninstitut in Dresden; die Lehranstalt für Taub-stumme in Leipzig; die Soldateuknaben Erziehungsanstalt zu Strup-pen im Amte Pirna.
Wissenschaftliche Verbindungen.
Die naturforschende Gesellschaft, die ökonomische Gesellschaft,die mineralogische Gesellschaft, der Alterthumsverein, sämmtlich ihrenSitz in Dresden habend; dann die Leipziger ökonomische Gesell-schaft, so wie Her dortige Alterthumsverein. Wissenschaftliche - und