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Das Königreich Sachsen.
(zwischen 29° 34/ bis 32° 44^ östl. Länge, und 52° 45^ 32" bis 31° 29^ nördl. Breite.)
Größe.
271,75 geographische lH Meilen.
Bevölkerung.
1,333,699 mit Einschluß der Kinder unter 14 Jahren unddes Militairstaats. Von diesen Einwohnern bekennen sich 1,234,019zur luther. Kirche, 46,500 zur kathol. und griech. Kirche, 330zur refvrm. Kirche, 1602 sind Herrnhuther und 1252 Juden.
W 0 h n p l ä ß e.
145 Städte, 57 Markt, und Bergfleckcn, 3197 Dörfer,14 Antheile an Dörfern und 231,240 Häuser.
Gebirge.
1) Das größtentheils aus Granit und Gneuß bestehende Erz-gebirge, das vom Mcißnerkreise an, bis zum Voigtlande, dieGrenze zwischen Sachsen und Böhmen bildet, und sich sächsischerSeits nach der Elbe und Mulde zu verflacht. Die höchsten Kuppendesselben sind: der Fichtelberg bei Oberwiesenthal (3795 Fuß),Der in der Nahe des letztern befind!. Eisenberg bei Unterwiescn-thal und der Auersberg bei Eibenstock (2931 Fuß). 2) Dasgrößtentheils aus Sandsteinmassen gebildete MeißnerHochland,auch wohl fälschlich die Sächsische Schweiz genannt, zu beiden Sei-ten der Elbe längs der Böhmischen Grenze befindlich. Hier zeichnensich der Winterberg oberhalb Schandau, der Königstein«nd Lilien stein aus. 3) Das aus Granit, Porphyr, Basaltund Sandstein gemischt bestehende Lausitzer Gebirge, welches sichDem Meißner Hochland anschließt und durch die mittägliche Lausitzvon Abend nach Morgen bis zum Riesengebirge fortläuft. Diehöchsten Kuppen sind der Hochwald und die Lausche. Ein-zelne isolirt stehende Bergmassen sind der B il - ( P ö h l) b e rg beiAnnaberg, der Colmberg beiOfchatz, der Falkenberg beiN-ustadt.
Flüsse.
Die Elbe, als der Hauptstrom des Landes, tritt oberhalbSchandau bei Krippen in das Sächsische Gebiet und verläßt dasselbeLei Kreynitz unterhalb Strehla. Vom linken Ufer strömen ihr zu:Die Biela, Gottleuba, Muglitz, Weiseritz (rothe undwilde), Trübisch, Döllnitz, Jahna, Mulde, die ausderFreiberger- und Zwickau ermulde zusammen fließt, (sammtihren Nebenflüssen: S ch w a r zw a fse r, Zchopau, Bockau,Chemnitz, Flöhe, Pöhlrc.), weiße Elster mit der ihr zu-
») Diese Zahlen beziehen sich auf die Generalcharte von RorLdeutfthlaiid.VIII. Heft.
gehörigen Göltzsch, Pleisse, Wyhra, Parderc. Demrechten Ufer der Elbe strömen zu: die Ki rn i tzsch, dieWesenitz,die schwarze Elster mit der ihr zugehörigen Pulsnitz undRöder, und die Spree mit dem Schöps und dem LöbauerWasser. — Nur die Neisse mit ihrem Nebenflüsse der Man-dat» sind Zuflüsse der Oder.
Teiche.
Die ansehnlichsten sind der H 0 r st - und Göttewizer Seebei Mutzschen, der Breitinger See zwischen Borna und Froh-burg, die Moritzburger Leiche, der Deutsch Baseli-zer Teich bei Camenz und der Filzte ich unweit Schnceberg.
Mineralbäder und Gesundbrunnen.
Schandau, Radeberg, Verggieshübcl, Tharand, Wolkenstein,Wiesa, Buschbad bei Meißen, Schmeckwitz, Zittau.
Hauptzweige der Industrie.
i) Ackerbau - und Feldnutzung. Die gesegnetsten Flu-ren für Getraide aller Art sind die Pflegen von Lommatzsch, Leißrnig, Pegau, Bautzen und Zittau. Hafer gedeihet vorzüglich ander Verflächung des Erzgebirges. Die sterilste Lage haben die Ge-birgskamme des Erzgebirges, einige Gegenden des Voigtlandes unddie Umgegend von Laußnitz und Radeberg. — Heide körn wirdbesonders auf der rechten Elbseite in der Nahe der Lausitzer undPreußischen Grenze, Schwaden in der Umgegend von Bautzen,Lein im Erzgebirge und in der Lausitz, Hopsen in der LohmnerGegend, Ci ch 0 rie zwischen Dresden und Borna, Farbekräu-ter besonders Krapp und Scharte bei Dahlen und Zwickau,Rübsen und Raps in den niedern Gegenden und auf den fla-chen Anhöhen, Me dicinalkrauter im Obcrgebirge und in derGegend von Borna gebaut. 2) Obstbau. Für diesen Erwerbö-zweig ist in Sachsen außerordentlich viel geschehen. Kirschen undPflaumen werden im Meißner - und Leipzigcrkreise nicht allein fürden eignen Verbrauch, sondern auch für den Handel gewonnen.Die sogenannten Borsdorfer Aepfcl gehen sogar bis Rußland. 3)Weinbau, dieser zeichnet sich nur von Pillnitz an der Obcrclbebis Zadel unterhalb Meißen aus. Die vorzüglichsten Traubensor-tcn kommen iu der Hoflößnitz und auf den Spaargebirgcn vor. —In Meißen befindet sich eine Weinbaugescllschaft und in Zaschendorfeine Winzerschule. 4) Forstnutzung. Die ausgebreitetstenWaldungen sind im Kreisamte Schwarzenberg mit Crottendorf zufinden. Ansehnlich sind auch die Auerbacher und Schönecker Wal-dungen, die Dresdner-Radeberger- Moritzburger- und Huberts-
burger Heide. — Unter den Schwarzhölzern ist im Niederlande be-sonders die Kiefer und in den gebirgigen Landcskhcilen die Tanneund Fichte zu finden. Das Laubhol; enthält meistens Buchen undDirken, weniger Ulmen, Erlen und Eschen, und nur selten findetman Eichen. 5) Viehzucht. R i n d v ie Hz u ch t ist ein Haupt-nahrungszweig der Gebirgsbewohner, besonders des Erzgebirges undVoigtland'es. Butter und Mastvieh sind Handelsartikel. Berühmtist hie Sächsische Schaafzucht. Die vorzüglichsten Wollsvrtcn gehenunter dem Namen Electoralwolle stark nach England und Holland.Zu Rennersdorf, Lohmen und Hohnstcin befinden sich königl. Mu-sterschäfercien, erstcre hat im Thiergarten zu Stolpe» achte, unmit-telbar aus Spanien bezogene Mcrinosheerdcn. Unter den wichtig-sten Schäfereien der Privaten, verdienen besonders die zu Klipp-hausen und Rochsburg genannt zu werden. — Pferdezucht istweniger von Bedeutung zu finden. Zu Altzclla bei Nossen befindetsich eine königl. Fohlenanstalt, und in der Lommatzscher- und Lau-sitzerpflege werden gute Ackerpfcrde gezogen. Die Cavallerie wirdgrößtentheils durch polnisches Vieh ergänzt. — Esel sicht man nurin der Leipziger Gegend. — Ziegen sind besonders im Erzgebirgezu finden. — Gänse und Hühner sind auf dem rechten Elbuferund in der Lausitz häufig.— Ein besonderer nicht unwichtiger Zweigder Landwirthschaft, ist die Bienenzucht in der Lausitz; doch istauch dieser Erwerbsgegenstand in Abnahme.— An wilden Thicrcnzeigen sich nur noch Füchse und Dachse. 6) Bergbau. Dassächsische Erzgebirge, ein Thcil des Meißnerkreiscs und des Voigt-landes liefern Silber, Zinn, Blei, Eisen, Kobalt, Vitriol-Schwe-fel- und Arsenikalkies, Braunstein, Alaunschiefer, Wißmuth, Zink,Galmei, Wasserblei, Spicßglas, Steinkohlen und Braunkohlen;weniger Kupfer. Die silberhaltigsten Gruben sind in der Nahe vonFreiberg; das meiste Zinn kommt aus der Altenberger Gegend; dievorzüglichste» Vitriols Schwefel und Arsenikwcrke sind in den Acm-tern Schwarzenberg, Gcünhain und Wolkenstcin zu finden. DieHauptdepvts der Steinkohlen sind im Plauischcn Grunde im AmteDresden, und bei Planitz im Amte Zwickau. Die im Lande amhäufigsten verkommenden Gebirgsarten sind: Granit, Sienit, Por-phir, Thonschicfcr, Sandstein, Basalt, Weißstein, GlimmerundKalkstein.— Marmor wird bei Maxen, Grünhain, Crottendorfund Wildenfels gebrochen, Serpentin kommt bei Zöblitz zu Tageund Amethist findet sich besonders bei Schkottcwitz. — An Edel-und Halbedelsteinen finden sich Granaten, Saphire, Calccdone,Achate, Onyxe, Karneole, Topasen auf dem Schneckenstcin imAmte Voigksberg, Hyacinthe und Avanturins. 7) Fischerei.
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