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Siebente Lieferung (1825) Der Deutsche Staatenbund, und zwar der nordwestliche Theil der norddeutschen Staaten : II. Königreich Hannover. III. Kurfürstenthum Hessen. VIII. Herzogthum Braunschweig. IX. Großherzogthum Mecklenburg-Schwerin. X. ... -Strelitz. XI. Herzogthum Holstein-Oldenburg. XII. ... Nassau. XX. Fürstenthum Lippe-Detmold. XXI. ... Schauenburg-Lippe. XXII. ... Waldeck. XXIII. Landgrafschaft Hessen-Homburg. F. Die freie Stadt Frankfurt am Main. A. Die freie Hansestadt Hamburg. B. ... Bremen. C. ... Lübeck
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dagegen vorzüglich Waizen und Spelz. Um Hanau wirdbesonders der Gartenbau und die Kopfkohlerzcugung starkkulüviret. Die Benutzung der Kartoffel ist durchgängig,besonders aber im gebirgigen Lheile des Landes herrschend. Der Obstbau ist besonders um Hanau, in Oberhcs-sen, Hersfeld und Ziegenhain zu Hause. Wein wirdnur in der Provinz Hanau und im Jsenburgischen ge-pflegt, und ohngefähr jährlich 1000 Eimer gewonnen.Unter den Fabrikkräutern zeichnet sich besonders der Flachsals Stapelwaare in den beiden Hessen und im Fuldascheu;der Hanf und Tabak im Hanauschen, Cichorien in denbeiden Hessen, und Rübsaamen fast in allen Provinzen aus.

Man kann füglich annehmen, daß an 3,723,323Morgen cultivirter Boden sich im Kurfürstenthum befindet.Nach Maasgabe der Consumtion würde die Getraidepro-ductivn jährlich 4^- Will. Scheffel betragen.

Holz ist eine Stapelwaare des Kurstaats und fehltnur im Schauenburgischen.

Die Viehzucht ist zwar ausgebreitet, wird abernur in einigen Gegenden mit Aufmerksamkeit betrieben.Die Pferdezucht liefert zwar den Bedarf an Zugvieh,ist jedoch nicht von Bedeutung. Die Rindviehzuchtist dominirend an der Werra, in Ziegenhain und Hers-feld. Mastvieh kommt aus dem Hanauischen, aus Fulda,Ziegenhain und Oberhessen, im Ganzen ist der Diehstandunzureichend. Die Schaafzucht findet man besondersin Hanau, Niederhessen und Fulda. Ziegen sicht manin verschiedenen Gegenden. Die Schweinezucht zeich-net sich in den beiden Hessen, um Fritzlar, Hersfeld, Zie-genhain und Fulda aus. Im Schauenburgischen werdenviel sogenannte Westphälische Schinken geräuchert. Fe-dervieh wird besonders in der Umgegend von Cassel,in den sogenannten Französischen Kolonien gezogen.Die Fischerei gnügt so wie die Bienenzucht, nur zumBedarf. Im Hanauischen wird letztere am stärksten be-trieben.

Bergbau wird auf Silber, Eisen und Kupfer be-trieben, und dieses bei Rothenburg und Frankenbcrg zuTage gefördert, und dann auf den Kupferhammer undden Messinghof bei Bettenhausen gebracht. Im Bicber-grunde und zu Riegelsdorf befinden sich Kobaltbcrgwcrke,zu Karlshaven und Schwarzenfels Schmaltebergwcrkc.Eisenwerke sind vorzüglich im Schmalkaltischen gelegen,außerdem aber auch noch bei Homberg, bei Gewänden,unweit Veckerhagen und in den Waldeckschen Parcellen.Steinkohlenbergwerke sind vorzüglich im Schauenburgischen,

und zum Theil mit Lippe gemeinschaftlich. Braunkohlen-bergwerke sind am Meißner, auf dem Habichtswalde undbei Ahlberg. Ein Alaunenbergwerk ist bei Oberkaufun-gen; Salzwcrke bei Allendorf, Karlshaven, Schmalkalden,Salzschlief, Nauheim, Ssoldvrf. Steinbrüche, Thvngru-ben rc., sind an mehreren Orten von vorzüglicher Güteund reicher Ausbeute. Man nimmt an, daß das Kurfür-stenthum jährlich liefert 44 Mark Silber, 1032 CentnerKupfer, Z6,6oz Centner Eisen, 30,000 Centner Steinkoh-len und 178,423 Centner Salz.

Manufactur- und Kunstfleiß.

Obschon das Manufacturwesen im Allgemeinen sichnicht auszeichnet, so sind doch einige Zweige sehr verbrei-tet, hieher gehöret die Leinewcbcrei. Im Fuldaischen,um Cassel, in den Districten Hersfeld und Cassel, wirdaußerordentlich viel Leincwand produciret, besonders Haus-linnen und Garn gesponnen. Im Oberhessischen und Ha-nauischen werden viel wollene Strümpfe gestrickt und ge-wirkt. Einiges Luch wird zu Cassel, Melsungen, Esch-wcge und Hersfeld gewebt. Die meisten Kamlotten kom-men aus Hanau. Zn Cassel und Hanau sieht manSammt-, Seide-, Baumwollen-, Kattun-, Band-,Gold - und Silbcrtressenwirkercien. Man verfertiget indiesen Städten auch gute Papiertapeten, Hüte, Wachs-lichter und Bijouteriewaaren. Zu Hersfeld, Volkmarsheim,Fitzlar und Eschwege sind die Lcdcrfabricationen besondersvorherrschend. Große Tabaksfabrikcn sind zu Cassel, Karls-haven, Fritzlar, Marburg und Hanau. Das Land hat17 Papiermühlen. In Großallmerode werden Töpfereien,Tiegel - Kniecker - und Pfeifenfabriken stark betrieben- Schmal-kalden hat Stahl - und Eiscnfabriken auf 23 Werken, 4Drath - und 2 Rohrhämmer, auch 2 Bohrmühlen. Eswerden jährlich an Million Messerklingen gefertiget,an 170,020 Stück Knöpfe und 5000 Stück Gewehre,Korbflechtereien und Meerschaumkopfschncidcreien. Auf demLande findet man Oelschlägereien, Branntweinbrennereien,Brctmühlen, Ziegel- und Kalkhütten, Holzwaarenverferki-gungen und Potaschsiedereien.

Handel.

1) Ausfuhr; Eetraide, getrocknetes Obst, Holz,Wolle, Wollcngarn, Tabaksblätter, Eisen in Stangen,Platten, Blechen und Drath, Kupfer, Messing, Kupfer-waaren, Kobalt, Leinewand, Garn, Thon, Löpferwaaren,Lhonpfeifen, Salz, Leder, Mastvieh, Butter, Käse, Ha-

nauer und Casseler Manufaeturwaaren, Wachslichter,Wacholderbeeren.

2) Einfuhr: Wein, Kolonial - Material - Specerei-Farbewaaren, Zugvieh, Silber, Halbmetalle.

3) Transito mittelst der Heerstraßen aus Nord-deutschland nach Frankfurt, Leipzig und Nürnberg.

Handelsorte.

Cassel mit seinen 2 Messen, Hanau, Rinteln, Carlsha-ven und Wanfried.

Kursirende Münzen.

Im Allgemeinen gilt der Conventionsfuß, doch wirdauch in Hanau und Isenburg nach dem Reichsfuße Buchund Rechnung geführt. Man hat ausgeprägt:

i) in Gold:

Doppel Wilhelmsd'vr zu io Lhlr. 16 gute Groschen Kurs.Einfache - - 5 - 8 - - -

2) in Silber:

Speciesthaler zu 1 Thlr. 8 g. Groschen,

Thaler zu 24 g. Er.

Halbe Thaler zu 12 g. Gr.

Dritthcil Thaler zu 8 g. Er.

Viertheil Thaler zu 6 g. Gr.

Achtel Thaler zu 3 g. Gr.

3) Scheidemünze.

In Silber.

Doppel Albus zu 1 g. Gr. 6 Pf.

Albus zu 9 Pf.

In Kupfer.

Vierlinge zu 4 Pfennige.

Dreilinge zu 3 Pfennige.

Zweilinge zu 2 Pfennige.

Pfennige zu 2 Heller.

Münzstädte sind Cassel und Hanau.

Maa ß.

1) Das kängenmaaß ist die Elle und der Fuß,diese sind aber in den verschiedenen Provinzen sehr verschieben.Die Casseler Elle 2 Fuß,der Fuß 12 Zoll,

- Zoll Linien,die Elle zu Cassel 2481^ Par.Linien,