Druckschrift 
Gespräche In Dem Reiche derer Todten ... Zwischen Friderico V. Churfürsten von der Pfaltz, welcher die Böhmische Crone angenommen, und seinem Sohn Carol. Ludovico, ebenfalls Churfürsten von der Pfaltz : so sich in die Fräulein von Degenfeld verliebt gehabt, und darüber mit seiner Gemahlin in ein grosses Mißvernehmen gerathen ist, ...
Entstehung
Seite
691
Einzelbild herunterladen
 

m ( 691 ) N8

tige solle um etwas grösseres zu gewinnen, niemals in einige Gefahr ge-setzt, noch weniger aber so Käckret werden, daß es gar verlohnn gcherikönnte. Wiewohl es sind dergleichen kluge und behutsame Gedanckenetwas rares bey denen Lebendigen. Wir Todte hegen sie fast nur, nach-dem uns unsere unbehutsamen Unternehmungen auf Erden, mit unsermSchaden, klug und weisgemachet haben; welches jedoch auch nicht ein-mal von allen Todten zu verstehen,indem sich gar viele unter uns befinden,denen ihre Thorheit und Schwachheiten zu ihrer Strafe undSchmerhen,noch immer ankleben.

Wann ein Mensch ausErden, wes Standes er auch sey, bißwellenunglücklich seyn solle, muß sich alles darzu schicken. Mir meines Orts,zeigetedas schmeichlende, doch falsche Glücke, eben da mich und meineGemahlin die Cronen - Sucht recht gewaltig plagte, die Böhmische Cro-ne, deren Glantz mich vollends in dem höchsten Grad verblendete. Hier-zu gaben dieReligions-Spaltungen in dem Römischen Reiche,und die da-her rührende Verbitterung bey denen unterschiedenen Religions -Ver-wandten, die schon sehr grosses Unheil angerichtet, und es, menschlichenAnsehen nach, noch ferner thun werden, wann es nicht eine himmlischeHand verhindert, Anlaß. Diesen habe ich eigentlich den größten Theilmeines Unglücks zuzuschreiben, indem gewiß, daß,woferne sie nicht gewe-sen wären, ich nimmermehr, so riefals geschehen, in das l-abxàli gera-then seyn wüide. Denn ich hätte mir meine grosse Begierde nach Cro-nen wohl vergehen lassen müssen, wann sich keine so bezauberme Gelegen-heit ereignet, deren eine zu erreichen. Alsdann wäre es nur bey denenGedancken geblieben, und zu keinen Thätlichkeiten gekommen, wie der-gleichen Gedancken Ander Zweiffel manche Fürsten hegen, dergestalt, daßsie sich, in der fassen ebamelis, öffters zu einem König oder Käyser machenwerden.

(HäKV-l.U8 ^UO0VlLU8.

Wie solle ich diese Worte eigentlich verstehen ? mein Vater !kHivLklcu8.

Meinet ihr nicht, mein Sohn! daß sich mancher Fürst wünschet,Käyser, König in Franckreich, König in Spanien, grosser Mogol, oderTürckischer 8àn zu seyn? Da er aber weder das eine noch andere jemals

Xk.il. Lnrr. B b b b b werden