Druckschrift 
Gespräche in dem Reiche derer Todten ... zwischen der schönen Montbason, einer gebohrnen Hertzoglichen Fräulein in Franckreich, die sich nachhero an unterschiedene Printzen verheyratet gehabt, un dem Frantzösischen Grafen von Clermont : worinnen beyder Personen Leben und Fata enthalten ...
Entstehung
Seite
461
Einzelbild herunterladen
 

m < 4-- ) W _

Gleich den andern Tag begab sich der Printz von beilegs,6e, meine Gemahlin,ich, und alle bey unserer Errettung gegenwärtig gewesene cavaliers, zu dem König,und wir wüsten die, an mir verübte, Frevelthat, dermaßen nachdrücklich vorzu-stellen/ daß nicht nur der Graf von Derb/samt dem Obrist Lädtt-tZe, sondernauch die übrigen Theil daran gehabten Herren, in den zur Verhaßt gebrachtwurden; angesehen auch ein blosses Schreck-Spiel schwehre Strafe meckutte, weilweder dem l)crl>/, »och jemanden von seiner LompZgme, gebührete, mich, als eineStandes-Perso», so zu u--ren. Hingegen brachten die Anverwandtederer mUMir-tenchen pöbel zuLonde»,wider uns und die gantze Frantzösifche ^'snon auf,dergestalt,daß etliche Frantzosen auf öffentlicher Gaffe mit Messern erstochen wurden, und wiruns endlich gar aus der Stadt, auf das Land, in Sicherheit begeben musten.Die inkätten wurden demnach, um das Toben des Pöbels desto eher zu stillen,des Verhaffts einschlagen, wvrgegen sie fiarcke Lsurion sicheren. Wir führetenunfern k>rocels noch eine Zeitlang gegen einander fort. Ich richtete aber dennoch,weil die Gegen-Parthey in allzugrossen Ansehen stunde, und einen über die Mas-sen starcken Anhang hattet weiter nichts aus/als daß letzlich ein jeder von denen,welche das Blut-Gericht komuret, tausend Pfund Sterling Strafe erlegte, dervon verl,/ aber und esmbuäge, so die gröste Schuld gehabt, zusammen vier tau-send Pfund Sterling geben, auch die Wittwen und Kinder derer entleibten Sol-daten versorgen musten.

Der Appetit vergieng mir, bey so-gestalten Sachen, länger in Engelandzubleiben, wannenhers ich mich zu meiner 8-erour nach Franckrcich anschickete.Leck/selbst sahe es gerne, daß esgeschahe; wiewohl ihm, ein paar Tage zuvor,doch sein hartes Hertz noch brach, und ihn bewegte,daß er sprach : wohlan ! weilSann meiner Tochter Schicksal sie nach Franckrcich weiset, so ziehet zusammenunter GGttes Geleite fort! Vergesset alles , was widriges vorgegangen,und hebet nunmehro an, mich vor euren treumcinenden Vater zu halten,so'sollet ihr auch gegcntheils erfahren, dass ich an euch, als meinen Lindern,handeln will. Lksriotie fieng bey diesen Worten an bitterlich zu weinen, undsolche jetzige Thränen waren vermögend den, sonst so harten und rachgierigen, Va-ter , gleichsam in einem Augenblick vollends gantz zu verwandeln. Er bat unsHerohalben noch acht Tage bey ihm zu verziehen / alsdann er uns, unter seinemSeegeu, ziehen lassenwolre; erklährete sich auch übrigens in allem so gargütlz,daß wir keinen bessern Vater hätten wünschen können. Dergleichen Hertzms-Rührungen abr- kommen sondern Zweiffei von einer höhern Gewalt her. Men-schen können ohne derselben Beyhülffc solche, bey einem ohne diß gantz steinernenGemüthe, schwchrli'ch wircken. Sobald aber die obere Macht sich in das Mittelschlaget, muß sich alles ändern, und auch ein Tieger- Sinn, die Sanfflmuth ei-nes Lammes an sich nehmen.

Die ersten, von meinem wahrhaffcig versöhnten Schwieger-Vater sich aus«gebctenen, acht Tage liefen vorbey, und er kunnte sich noch nicht reioivren uns zie-hen zu lassen; sondern vermochte uns noch etliche Wochen, bey ihm in seinem Hau-se zu verbleiben- Hiernechst versprach er, es solte seine Tochter, zu ihrer Aussteuer.Achtzig tausend Pfund Sterling gleich anietzo baarmit bekommen/ nach seinem

O-gg 2 Tobe