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Gespräche in dem Reiche derer Todten ... zwischen der schönen Montbason, einer gebohrnen Hertzoglichen Fräulein in Franckreich, die sich nachhero an unterschiedene Printzen verheyratet gehabt, un dem Frantzösischen Grafen von Clermont : worinnen beyder Personen Leben und Fata enthalten ...
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429
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Dergleichen Beginnen ist gar nicht zu loben. Eine v-me, wannsie gleich noch so jung,und ihr Gemahl noch so alt, solle nichts aus demEhe-Bette schwatzen, sondern das, was darinnen psMret, als ein hohesGeheimniß verborgen halten; am allerwenigsten aber sich über das Un-vermögen ihres Men moqmren, sondern mit ihm zufrieden seyn; weitsie anderergestalt die Strafe des Himmels zu gewarten hai.

Freylich ist es nicht recht. Allein ich that es nun. Viele vor mirhaben es gethan. Viele thun es wirklich jetzo ; und viele werden es indas Kunfftige thun. Wiewohl die Strafe des Himmels kommet aller-dings zu ihrer Zelt, und bleibet nicht aussen. Als ich über des alten Mar-schalls Unvermögen klagte, ließ sich der ààà verlauten, man könneder Natur gar wohl helffen und sie stärcker machen; woraufich versetz-te , daß mir mit solchen Künsteln und Flicken nichts gedienet sey. Kameine vrme zu mir, fand sich mein Alter unverzüglich in meinem Zim-mer ein; worüber ich mich gervaltig ärgerte. Denn es ist einem ver-mählten Frauenzimmer kein geringer Verdruß, wann ihr ein Mannimmer auf dem Halse lieget, dessen sie sich in Gesellschaffr schämet. Esist freylich abermal nichts löbliches. Allein dergleichen Wirckungenthun gemeiniglich alle Heyrathen, die nicht aus Liebe herrühren, sondernum anderer Absichten willen geschlossen werden.

Der junge Marggraf von Dêr? . ein Verwandter meines altenGemahls, inlmuitte sich ziemlich bey mir, und ich begieng die Unvor-sichtigkeit ihm meinen mißvergnügten Ehestand zu klagen, daher sichdann derselbe die Freyheit nahm, mir eine Liebes-Osckrztion zu thun,vermeinende, daß er vermögend genug, des Marschalls Unvermögen zuersetzen. Ich entrüstete mich hefftig darüber. Jedoch der junge Marg-araf kehrte sich an nichts, sondern fuhr so lange fort < biß meine Ohrensich an seine Liebes-Lieder gewöhneten, und das Hertze bewegten, ihmein und andere kleine Freyheiten, wie z. E. die Hände samt dem Mund j»küssen, zu erlauben.

Inzwischen stehet es doch einer Vermählten auf keine Weise an,wann sie sich, von fremden Mäulern, immer belecken lässet. Das

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