Druckschrift 
Gespräche in dem Reiche derer Todten ... zwischen Carolo Gustavo, König von Schweden, der ein gebohrner Pfalz-Graf am Rhein, Simerische Linie, gewesen, von der Königin Christina aber das Königreich cediret bekommen, und Friderico Willhelmo, dem Grossen, Churfürsten zu Brandenburg : worinnen beyder hoher Printzen Leben und Helden-Thaten, auch sonst überaus merckürdige Dinge enthalten ...
Entstehung
Seite
300
Einzelbild herunterladen
 

l'

, _ M c SOS ) W

El im men haben solte.Die nechste Stelle nach ihr wände ich meinem Bruder/âipi,

Zànn zu, den ich zum Reichs - Feld - Herrn ernannte. Mein nach meinem Lobtjst derselbe, bey einer Versammlung derer Reichs-Stände, nicht nur von derLZormundschafftgäatzlich ausgeschlossen, sondernihmauch die Reichs Feld-Herrn

genommen / ja endlich derselbe gar Mitwelt beleget worden.

Mein Leichen - Begängniß ist eines derer prächtigsten gewesen, so man jemalsin gantzSchwedcn gesehen. Jedoch, was halff mirdas? Wann ich lieber nochso. oder dreyßig Jahre davor gelebet/und als König von Polen und Dännemarckmeinen Einzug zu Stockholm, aufeinem lnumpll - Wagen / und durch viele Ehren '

Pforten, gehalten hätte. Wiewohl, warum bedaure ich doch das elende Leben?in welchem ein vor allemal kein vollkommenes Vergnügen anzutreffen ist.

Von meiner Kindheit und Jugend noch etwas zu gedencken, so hat der Prir-Fer, welcher mich getauffet, gleich zur Stunde , da es geschehen, ausgesaget, er-zchlet undbetheuret, daß er, beyder Taufe, einen Glantz oder Licht gesehen, dasAch, wie ein runder Schwelst, um mein Haupt herum ausgebreitet. Die Auf- »

Acht über mich, in Religions -Sachen und die tägliche Untrrrichtung darinnen,war einem Ideologischen krokellori, jokanni denseo. anvertrauet, der seinem Am-te recht treulich vorgestanden. Da ich in fremde Länder zog, schrieb er, mirzugeefallen, ein Buch, DsVeritzke A àcellenkis keliZionis Lliriilisns:, von der Wahr-heit und Vortrcfflichkeit der Christlichen Kelizion, mich dadurch wieder dieVerführung »»heiliger Leute zu verwahren. Dieser wurde nachheroErtz-Dischoff zu Upsal , und oontànte nicht wenig darzu / daß ich zu der Reichs-Nach-fvlge gelangete, weil ihm der gantzr geistliche Haufe às-chte.

Meine Kleider waren niemals sonderlich prächtig, und in Speisten bin ichnicht üppig gewesen, sondern ließ es bey der Mittel-Strasse bewenden. RachLo-uio-iden oder sonst eitlen viverlilliments fragte ich nichts. Jedoch war ich kein Feindvom schönen Frauenzimmer, das ich sehr wohl um mich erleiden mochte, welchesdaraus abzunehmen, baß ein öffentlich-bekannter natürlicher Sohn,!QuttzviuCsrilon, von mir verbanden, und ein Obrist in Holländischen Diensten gewesen;der aber nachhero in West-Frießland, auf dem Schlosse Leàm gäbet, welches«r, nebst andern Gütbern, mit feiner Gemahlin, von Schwartzen-

b»rg,'685.erheyratyet.

Im übrigen belohnet« ich die Tapfferkeit und Treue so gerne, als ich die Laster/Aaghafftigkeit und Untreu bestraffele, war, in dem Umgang mit der Welt, -mn^ntund schmeichlerisch, iocünirte aber hiernechst etwas starck zur Unverso'hnlichkejt.

Meine Unkrthanen, Bediente und Soldaten, licbete ich sehr, und ward von ihnenhinwiederum aufdas äusserste geliebet. Aber meinen Todt sind verschiedene Trau-er - Gedichte und Verse zum Vorschein gekommen, worunter mir dieses kurtze Dingnicht übel gefallen:

Der si.öw aus Mitternacht ^ besieget ^ ^atcr Lronen,

Bestürmt der PrinyenSiy, wo LronundRàig wohne».

Der Feinde starcke Macht vermehret seinen Ruhm.

Nun ist der Himmel selbst der Seelen Mgenthum.

Jch bin ein gebohrner Pfaltzgrafju Zwcybrückä Daß ich aber meinen Pa-tzr eiyW Pfaltzgrasry VW Kleburg geUngel / rühret daher, »perl sich das Pfatzgräf-

liche