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Kerhe , mit ganh unverruckten Gemüthe. Sobald die Seele ru GOttgegangen war, küssete ich seine Hände mit recht brennenden Küssen. Her-nach aber verfügete ich mich in meinL-àet, allwoich endlich dem biß,hero verhaltenen , und ebendamm desto hefftigern Schmerßen, den Zü-gel gantz frey fchiessen lassen; da sich dann gantze Ströhme von Thränenaus meinen Augen ergossen.
Wie inniglich nun ich meinen Herrn, als er noch lebete gäbet;mit eben so grosser Treue bestrebete ich mich, nach seinem erfolgten Ab-schied aus der Welt, sein Gedächtniß in meinem Hertzen zu verewigen.Alle Tage, von 2. biß 4. Uhr Nachmittags , da der Käyser mit dem Tod-te gerungen, pflegte ich mich in mein Gebet-Cämmerlein zu verschlis-sen. Dieses trieb ich gantzer zwey Jahre, und würde von solcher Ge-wohnheit Zeit meines Lebens, nimmermehr abgestanden seyn, wannmich nicht mein Beicht-Vater, samt denen Leèbèàís, mit Vorge-ben, daß es meiner Gesundheit schädlich, dergleichen Einhaltung so-bald nach dem Essen vorzunehmen, davon abgehalten hätten. Indemich es nun einstellen muste, befahl ich einer gewissen Bedientin, mich,allemal um selbige Stunde, an den Todt meines Gemahls zu erinnern,damit ich wenigstens einen kurtzen Seuffzer, vor seine Seele, zu GOttabschicken könnte. Ich gieng ohne. dies allezeit schwach, nach dem Todtmeines werthesten l.eopoW. Wann aber dessen Jahrs-Sterbe-Tageinfiel, kleidete ich mich gantz absonderlich in die allertiefste Klag , brach,te die Zeitin einsamen Gebet, und in Fasten zu, kamniemalszum Vor-schein, ausser, wann ich indie Kirche gieng, undredetemit niemanddaSgeringste, ausser, was das nothwendigste gewesen. Wöchentlich amDienstag, an deren einem der glorwürdigste t-eopoiä gestorben, machteich mir gleichsam eine Gewohnheit und Gesatz, keinen Menschen, zu Ab,Handlung derer Moiren vor mich zu lassen. Monatlich ließ ich in derWiener Hof-Kirche sogenannter Todten-Capelle ein Seelen-Amt, andem Jahrs-Tag aberseines zeitlichen Hintritts 500. Messen halten, undtheilte dabey reichliches Allmosen aus , welches ich, nach denen krmcipiiLmeiner Religion, der göttlichen Gerechtigkeit, alSein Löse-Geldvorfti,ne Seele abführte.
Die Nachricht, daß der glorwürdigste Hopolll, auch bey denenjeni,gen getaufften Christen, so sich nicht zur Römisch-Catholischen Kirchebekennen,in der kevararion eines heiligmäßigenFürstensund besondernDiener Gottes stehe, vernahm ich mit gantz sonderbaren Vergnügen.
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