242 Röm. Rnys Mas und dero hohen Mikrten
der Herzog Carln jemals ein rechter Ernst gewesen. Die HauptundResidentz- Stadt Nancy, so Herzog Carl dem regier-süchtigenKönig Ludwig den x I l l. einräumen müssen / ward dem Cardinal zueinem Wohn-Sitz angewiesen / und sollte derselbe daselbst einesfreyen Gebiets/und aller Gerechtsamkeiten inzwischen geniesen. Al-lein der Cardinal merckte gar bald / daß man ihm Nancy Datum jueiner Residentz vergönnt hatte / damit ihn der König in seiner Gewaltbehielte. Wie sich dann solches gar deutlich durch die Ankunfft desMarschalls La Feite mit einer ^.rmee in Lothringen / äusserte.
PrinceffinCi-udiagibt demCardinaldas Ia-Wm.
Pabster,theilt dieDispenla-twn.
Dieses Beginnen erweckte bey dem Cardinal einen Argwohn ei-niger obhandenen Gewaltthatigkest. Solche Befahrung/ und einSchall vonUbelgewogenheit des Königs/ um daßer seiner Schwe-ster Margareth wider des Königs Verbot / zur Flucht / Beförderunggegeben /veranlaffeten ihm nachCuneville sich in Sicherheit zu be-geben / mit denen beyden Primeffinen Nicole und Claudia seinesHerrn Vatter-Bruders Töchtern / welwe sich bißhero bey ihm aufge-halten- LaFerte eilete alsobald dem Cardinal nach / und verhinderte/daß er mit seinen beyden Baasen nicht entwi chen mögte.
Nunmehro äusserte sich demNachjmm des Cardikials das Vorha-ben der Frantzosen gar klar / wie daß nemlich selbige gewillet/gedachtePrincessinnen nach Frqnckreich davon zu führen. DiesemBeginnenvorzubeugen/sprach der Cardinal diePrinceffin Claudia an um eil»Ehe-Verlöbnüß; welche auch gleich also fort ihm dasJa-Worter-theilte / nickt allein in Betrachtung / daß hiedurch das HaußderHer-tzogen von Lothringen erhalten würde; sondern auch deßwegen / daßsie ohne dem sckon eine lange Zeit hero/ diesem ihrenHerrnVettern gargünstig war Es lag ihnen aber in ihrenVorhaben eine grosse Schwre-rigkeit in dem Weg / nemlich ihre nahe Befreundung / welcher wegensie ohne Dispensation nicht sich verehlichen konnten;!)« dannochgleMwol die unumgängliche Noth erforderte / mit der Vermählung tu
Es räumte aber die einstimmige Meinung aller Geistlichen undGelehrten/ so die Weil der Eile zusamm beruffen ließ / auch dMStein aus dem Weg / mit Vorgeben / daß man bey solcher Gelegen«heit der Sachen/ keine andere Richtschnur/ als welche die unumgäng-liche Nothwendigkeit setzte / zu beobachten hatte. Ward demnachmeHeyrath noch desselbigenTags im Jahr r6?4. beschlossen/und hernach auch von dem Pabst gebilligt. Frankreich allein unpimgre ev/als welchemes seinen Compas gantz verrückte / indem es schon in oem