Trium ph-leuchtender Rneg s/Hekm. Fvnffter Theil. 24z
Geist diese Prmccffin mit einem Printzen von Königl. Geblüt vermah-let / und hiedurck Lothringen verknüpffc / auch nimmermehr sich einge-bildet 1 daß der Cardinal /lrm eineDame zu heyrathen / sich des Pur-purs verlustig machen würde.
Der Marschall La Ferte hatte sie nach Nancy zu kehren genöh-tigt / allwo der Palast alsobald nach ihrer Änkunfft mit einer Wachtbesetzt wurde. Diesem nach dachte H ertzog Frantz ein Mittel aus / wie ZM^her dieserhöfiichen Gefangnüß mit seiner geliebten Olauäia sich entste-verarWirt.hen/ und denen Frantzosen das leere Nest/ und ledige Nachsehen lastenmögte. Zur Ausführung solches Vorhabens/ wählte er den erstenApril; an welchem Tag man in Lothringen solchen Leuten / die stchWgerAwnicht dafür hüten / sondern allzuleicht trauen / etwas weiß zu machen Wag ampfleget; wie dann auch das bekannte Teutsche Sprichwort von demkrstenApril-ersten April eine gleiche Gewonheit in unserm Teukfchland an den Taglegt. In Lothringen nennet man diefts Schertzen / den April -- Fisch.
Von dieser Weise war bißhero denen Frantzosen noch nichts bekannt:darum gedachten sie sich nun desto fleiffiger vorzusehen/ daß sie nichtmögten betrogen werden; und also an diesem Tag gar nichtsglaubten/was man ihnen sagte.
Der geneigte Leser verwundere sich über den klugen Betrug / wel-chen die nachdenckliche Liebe zu ihrem Heil ausgesonnen. In der vor- » . .hergehenden Nacht/war dieHertzogiu allbereit zum Palast heraus-gegangen / und hatte sich / um die Wacht desto bester zu bekriegen/ wie aus demein Edel-Knab verkleidet / und in solcher Gestalt/kam sie zu ihrem Palast.Herrn / in das Hauß leines vornehmsten Kammer-Junckers: allwo-hin derselbe sich auch schon bereits gar schlecht und zerrissen ausgeklei-det hatte / ja! um sich desto unerkenntlicher zu machen / allerdings ihm - "
sein über die Massen schönes Haar abkürtzen lassen.
Bey Aufschlieffung des Thors/ zu unserer lieben Frauen benam-set/ wanderte dieses Lieb - verlobte Hertzogliche Paar hinaus/ und warsie die Hertzogin gleich einer armen Bäuerin/ mit einer Butte aufdem K-mme«Rucken/ der Hertzog aber in gleicher Bauern-Kleidung gekleidet -'mBaurrn,In solcher Verstellung wanderten sie so miteinander fort/ohngefehr Kleidungeine halbe Meil Wegs / nicht ohne grosse Beschwerlichkeit derPrin- "JJJcessin / welche niemals so weit zu Fuß gewandelt / welche durch Liebe *und Noth dannoch gelindert und überstrebt worden.
Nach überstandenen rauhen und ungebahnten Wegen / fuhretesie endlich das Liebs - Glück zu demjenigen Edelmann / der ihrer bestell-M Massen mit etlichen Pferden wartete. Es wäre aber dieser unvec-
H h 2 gleich,