Druckschrift 
Sechste Lieferung (1825) Der Deutsche Staatenbund und zwar die süddeutschen Staaten : I. Königreich Baiern. II. ... Würtemberg. III. Großherzogthum Baden. IV. ... Hessen. V. Die Hohenzollerschen Lande
Entstehung
Seite
VI
Einzelbild herunterladen
 

Vl

Kursiretide Münzen.

Durchgängig nach dem Konventionsfuß, die Mark feinCold zu 283 Gulden 5 Kreuzer, und die Mark fein Silberzu 20 Gulden ausgeprägt.

a) Goldmünzen.

Ein Dukaten 2 Thlr. 20 gl. 4 Gulden iZ Kreuzer,d) Silber münzen.

Eine Krone oder ein Dukaten 2 Gulden 15 Kreuzer.

Ein Species 2 Gulden.

Zwanzigkreuzerstücke und Zehnkreuzerstücke.

c) Scheidemünze.

Sechser, Groschen oder Dreikreuzerstücke und Kreuzer.

6) Kupfermünzen.

Ein Pfennig, deren vier einen Kreuzer ausmachen.

M a a ß.

1) Längenmaaß.

i Baierscher Fuß 12 Zoll 1232 Pariser Linien.

1 - Zoll io Linien,

i - Elle 2 Fuß 10H Zoll,

i - Klafter 6 Fuß.

i - Ruthe io Fuß.

2) Flächenmaaß.

i Fuß 144 sH Zoll,i ^ Klafter 36 Fuß.i sH Ruthe iss Fuß.i Tagewerk oder Morgen 400 Ruthen.

3) Flässigkei tsma.

i Eimer 64 Maaß.

2 Kubikfuß.

752 Decimalkubikzvll.

1 Maaß 43 Decimalkubikzvll.

4) Fruchtmaaß.

i Metze 34^ Baiersche Maaße.

2 halbe Metzen.

4 Viertelmetzen.

8 Mäßel.

16 halbe Mäßel.

32 Dreißiger.

i Schffl. 6 Metzen 20g Maaß.,

5) Gewicht.

1 Centner ioo Pfund.

1 Pfund 32 Loth.i Loch 4 Quentel.

r Pfund Handelsgewicht 11,682 Holländische Asse.

1 Pfund Handelsgewicht in Nürnberg 10,610 Hollän-dische Asse.

Zum Apothekergewicht ist das Nürnberger allgemein ange-nommen.

Unterrichtsanstalten,a) allgemeineVolks s und Elementarschulen,circa 489,196 Schulkinder (für 1325.) in 5394 Schul-arten vertheilet, mit einem Lehrpersonale von 6384angestellten und 730 Hülfslehrern.

b) besondre

Höhere Anstalten, Universitäten, Seminare, Gymnasien,Lyzeen, Kunstschulen u. s. w.

Die drei Universitäten: München, Würzburg und Er-langen, beide erstere katholisch, letztere protestantisch. -Realinstitute befinden sich zu Augsburg und Nürnberg.Lyzeen sind zu München, Bamberg, Regensburg, Amberg,Dillingen, Würzburg, Aschaffenburg, Zweibrücken undSpeyer. Katholische Priesterseminare findet man zuBamberg, Dillingen, Freifingen, Regensburg, Landshut,Würzburg und Aschaffenburg; Schullehrerseminare zu Mün-chen, Nürnberg, Amberg, Würzburg und Aschaffenburg.Die Forstschulen zu Aschaffenburg und München, die Mili-tair-und Artillerieakademie, das Holländische Institut, dasKadettenhaus, die Pagerie zu München, die Hebammeninrstitute zu München und Würzburg, die Veterinärschulen andenselben Orten, das Atheneum für Neugriechcn, die Aka-demie der bildenden Künste zu München, die Kunstschulezu Augsburg, das landwirthschaftliche Institut zu Schleis-heim. Man rechnet an 19 Studienschulcn, 19 Gymnasien,7 Lyzeen und 3 Universitäten, 560 angestellte Lehrer.

Wissenschaftliche, und Betriebs - Vereine.

1) die Akademie der Wissenschaften zu München, mit 176ordentlichen-, 10 außerordentlichen-, 50 Ehren - und131 korrespondirenden Mitgliedern.

2) der landwirthschaftliche Verein zu München.

3 ) die Akademie der Naturforscher zu Erlangen.

4) die medizinisch - physikalische Gesellschaft und die kame-ralistisch - ökonomische Gesellschaft zu Erlangen.

5 ) die Gesellschaft des pegnesischen Blumenvrdens zu Nürn-berg.

6) die Gesellschaft der Meistersänger zu Nürnberg.

7) die Gesellschaft für vaterländische Industrie zu Nürn-berg.

8) die physikalisch-medizinische Gesellschaft zu Nürnberg.

9) die Christenthumsgcsellschaft zu Nürnberg.

Hülfsanstalten für Wissenschaften undKünste.

Die Gemaldegallerien zu München, Schleisheim, Augs-burg, Aschaffenburg, Nürnberg. Das polytechnischeInstitut zu München rc.

Staatsverfassung.

Konstitutionelle Monarchie, sich gründend aufdieKonrstitutionöakte vom 26. Mai 1813. Der König derma-len Ludwig I. (Karl August) geb. den 25. August 1736,folgt seinem Vater Maximilian I. am 13. Octbr. 1825.-vereiniget alle Rechte der Staatsverwaltung» Ihm zurSeite steht die aus zwei Kammern bestehende, die Ver-treter der Nation bildende Reichsversammlung, die derKönig wenigstens aller drei Jahre zusammenzurufen hat.Die Krone ist nach dem Familien r und Hausgesetze imMannsstamme nach den Rechten der Erstgeburt und agna-tisch-linearisch erblich. Der König bekennt sich mit sei-ner Familie zur katholischen Religion; doch ist dies keines-wegs bedingungsweise nothwendig. Da Baiern einenTheil des Deutschen Bundes ausmacht, so hat es in derBundesversammlung die dritte Stelle und im Plenum 4Stimmen.

Die Residenz des Königs ist München, Palläste befindensich zu Bamberg, Würzburg, Aschaffenburg rc. Lustschlös-ser zu Nymphenburg , Schleißheim, Tegernsee rc.

Die Ritterorden sind:

1) der 1444 gestiftete und 1709 erneuerte Hubertusorden.

2) der St. Georgsorden aus den Zeiten der Kccuzzüge underneuert 1729.

3) der Militair-Max-Josephsorden, seit 1803.

4) der Civilverdienstorden, seit 1308.

5) der Michaelsorden, welchen der Herzog von Baiernvergicbt.