Sachen dar, durchlief kurz die Gründe, die für jedenBewerber sprachen, schlug den vor, welcher den Vor-zug verdienre, und vergaß nie hinzuzusehen, daß erihm bloß seine Meinung sage, wie er schuldig sey, daßer aber nicht entscheiden könne, daß der König zu ent-scheiden und zu wählen habe. Ost suchte er ihn zu et-was zu bestimmen, wenn die Wahl wichtig war undwenn, was aber selten war, der König einem den Vor-zug zu geben schien; denn dieser war zu ehrgeizig undfurchtsam, um sich deutlich zu erklären. Der Regentgab darauf besonders Acht, sagte freundlich zu ihm,er errathe seinen Willen und: „Sind Sie nicht derHerr? sehte, er hinzu. Ich bin nur da, um IhnenRechenschaft abzulegen, Ihnen Vorschläge zu thun,Ihre Befehle zu empfangen und sie zu vollbringen."So war die Wahl schnell getroffen, ohne im gering-sten etwas darauf zu legen.
Dieses sein Betragen privatim und öffentlich, be-sonders die kluge Art, mit welcher er mit ihm arbei-tete, gewann ihm den jungen König; er glaubte Mannzu seyn und, obwohl ein Kind, zu regieren. DerRegent und die Unterthanen hatten nichts dabei zu ver-lieren: der König nahm sich selten die Mühe, etwas zuverlangen.
Der Regent hatte auch die Klugheit, die, welcheden König am nächsten umgaben, und mit ihm aufeinem vertraulichen Fuße standen, gut zu behandeln,um sich ihr Wohlwollen zu erwerben. Dieß half ihmauch in Fällen, wo große Gnadenbezeigungen undwichtige Stellen erkheilt werden sollten und der Königdabei einen kindischen Wunsch gezeigt hatte. Die Art,wie ihn der Regent behandelte und ihm immer zuvorkam, erlaubte diesem, ihm frei die Wichtigkeit deSPostens und die dazu erforderlichen Eigenschaften vor-zustellen und ihm etwas besonders nahe zu lege», in-dem