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Zweite Abtheilung. Neun und zwanzigster und letzter Band (1806)
Entstehung
Seite
159
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und in seinem Hause ein Zusammenfluß von Menschenaller Art, von Ver Magistratur, vom Militär, vomHofe, mit denen er allen in ihrer Sprache redete, sichmit ihnen zu verständigen und sie einzunehmen wußte;sich bestrebend, dem Knechte wie dem Herrn zu gefallen,mit einer huldvollen, einfachen Coguetterie, die ihmangeboren war. Die Prinzessin seine Gemalin, der eralle mögliche Achtung bewies, aber die nichts konnteals spielen, war ihm kein Anstoß, obgleich er fastgar nicht mit ihr lebte, und nicht das Geringste anihr hatte. Er gab jedem, was ihm gebührte, mit Auf-merksamkeit und Würdigung: er war bestrebt, jedemvornehmen Edelmann, jeder Militärperson zu schmci-cheln, indem er ungezwungen alte oder neue Geschichtenin Anregung zu bringen wußte; er verstand es vortreff-lich, etwas angenehmes zu erzählen, wobei sie selbstoder die ihrigen in vortheilhaftem Lichte erschienen;mit einem Worte, er war ein Orpheus, der durch de«Zauber seiner.Lyra Bäume und Felsen um sich versam-melte, triumphirend über den Haß des vorigen Königs,der an seinem Hofe so gefürchtet war, und durch LenReiz seines Betragens und die Bescheidenheit seinerGalanterie alle Damen beherrschend. Kurz das voll-kommene Gegenstück zu M. le Düc, vor dem allesfloh, vor dem alles sich verbarg, und der sein Lebenin Traurigkeit, Langerweile und Mißmuth verlebte,nicht wissend was er anfangen, wohin er sich wendensollte, von allen Oualen der Eifersucht geplagt, ob ergleich viel Geist, viel Kenntnisse, Tapferkeit und dasgünstige Verhältniß einer doppelten Verbindung mitder natürlichen Tochter und dem geliebten natürlichenSohne des verstorbenen Königs hatte.

Ich fragte hierauf den Herzog von Orleans, wasihn also hindere, den Prinzen von Conti nachzuahmen,da er eben so viel oder noch mehr Kenntnisse als dieser

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