-45
ohne ihn sey er nie Präceptor des Königs geworden.Alles das war wirklich genau so; und die Verräthereierklärte er endlich so. Fleury und er hatten sich in denersten Tage» der Regentschaft die unzertrennlichste Ver.einigting versprochen; und wenn durch Cabalen und an.dere Vorfälle, die man nicht vorherschen könnte, dieaber nur zu gewöhnlich bei Regentschaften wären, einervon ihnen vom Könige entfernt werden sollte, ohne daßes der andere verhindern könnte, so sollte der anderesich auf der Stelle zurückzichen und nie wieder seineStelle annehmen, wenn nicht dem andern zu gleicherZeit Sie seinigs wiedergcgeben würde. Und nun schrie.er von neuem über die Treulosigkeit, die dieser Elende(denn die gehässigsten Namen waren ihm am geläufig,stcn,) albern genug zu verschleiern gesucht, indem ersich nach Baville sortgcstohlen, sich habe suchen lassen,und auf der Stelle wiedergekommen sey, aus Furcht,daß er durch die geringste Weigerung und durch den ge-ringsten Aufschub seine Stelle verlieren möchte; undder so sich seines Wortes und des gegenseitigen Ver-sprechens, das sie sich beide gegeben, entledigen zu kön-nen glaube; und nun tobte und schimpfte er von neuenauf die Schlange , wie er sagte, die er so lange Jahrein seinem Düsen erwärmt und ernährt habe.
Dieser Bericht, mit allem dem Schimpfen undToben des Marschalls, kam schnell von Villeroy nachVersailles und an den Hof; und es erzählten es nichtbloß die, welche ihm der Regent zur Ehrenwache ge-geben und die ihm Tag für Tag genaue Rechenschaftvon allem, was er sagte und that, oblegen mußten,sondern auch die Domestiken, sowohl seine eignen alsandere, die nach Villeroy kamen und vor denen er, beiTische, oder wenn er durch die Vorzimmer ging odereinen Spaziergang im Garten machte, sich gern aus-schüttere.
Denkwärdigk. XXIX. Bd» K
Diese