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Zweite Abtheilung. Neun und zwanzigster und letzter Band (1806)
Entstehung
Seite
139
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Dieser Vorfall blieb langer als zwei Stunden imSchlosse unbekannt. Die Leute des Marschalls, de«nen beim Herausgehen, ich weiß nicht warum, niemandetwas zu sagen gewagt hatte, warteten neben demSaal der Garde, und diejenigen, die in seiner Woh-nung waren, in den Hinterzimmern der Kabmeter desKönigs, erfuhren nicht eher etwas, als bis der Her-zog von HrleanS zum Könige kam und ihnen sagte,daß der Marschall nach Villeroy gereist wäre, wohinsie ihm das Nöthigs nachschicken könnten.

Ich erhielt zu Meudon die versprochene Botschaft,als ich mich eben zu Tische sehen wollte; erst gegen En-de des Soupers kamen Leute von Versailles, die unSdie Neuigkeit auch brachten, die daselbst großes Auf-sehn erregte; doch war die Sensation nicht so groß,weil die Art der Ausführung mehr Erstaunen undSchrecken verbreitet hatte.

V.

Es ging nicht ohne ziemliche Verlegenheit vonSeiten des Herzogs von Orleans ab, als er die rucht-bar gewordene Neuigkeit dem Könige hinterbringenwollte. Er ging in das Kabinet deS Königs und ließalle anwesende Hofleute obtreten. Beim ersten Wortwurde der König roth; seine Augen wurden weich, under legte sein Gesicht gegen die Lehne eines ArmstuhlS;er wollte nicht auSgehn, nicht spielen, und kaum ei-nige Bissen beim Soupee; er weinte und konnte dieganze Nacht nicht schlafen.

Am Morgen und beim Diner deS andern TageS des14. ging es nicht besser. An demselben Tage, als ich z»Meudon mit vieler Gesellschaft vom Diner kam, sagtemir mein Kammerdiener; es sey ein Courier vom Car-

dinal