Freiheit genommen, Ihro Majestäten vorzustellen, daßSie die Prinzessin verzögen; und jetzt wagte ich hinzu-zusetzen, daß Sie es bereuen und dem Uebel abzuhelfensuchen würden, wenn es nicht mehr Zeit sey; der Her-zog von Orleans würde, wenn eres wüßte, in Ve»zweiflung darüber seyn, und wenn er das Glück hätte,das ich genösse, in Ihrer Gegenwart zu seyn, so würdeer Ihnen dasselbe hierüber sagen, was ich gesagt, nurweit stärker, wie es ihm auch ziemte.
Ich gab durch diese Worte Anlaß zu Erzählungvon neuen sehr widerlichen Zügen ihrer Hartnäckigkeit,ihres Eigensinns, ihres Mangels an Achtung gegenihre Damen, von ihren seltenen Besuchen bei IhroMajestäten und ihrem frostigen Betrage» gegen diesel-ben. Hierauf sagte ich, Sie möchten mir verzeihen,wenn ich Ihnen zu sagen wagte, daß Ließ mehr dieSchuld von Ihro Majestäten, als eines Kindes sey, dasnicht wüßte, was es thate, und statt sie durch zu vielGute recht in ihrem Eigensinne zu bestärken, wärenichts dringender und wichtiger, als denselben zu be-zähmen, ihr Ernst zu zeigen, sie zu lehren, was siegegen Ihro M. M. und selbst gegen ihre Damen schul-dig sey, und endlich sic zu dem gegen Dieselben gebüh-renden Respect und Furcht zu gewöhnen, daß sie Ih-ren Willen Ihnen absehen und sich in denselben fügen,und mit gefälliger Bereitwilligkeit Ihnen gehorchenlernte. Ich setzte Ließ noch weiter aus einander, undder König und die Königin sprachen mit mir noch langedarüber; worauf ich mich entfernte.
Ich ging nicht mehr zur Prinzessin und sagteIhro M. M.: ich thue cs deßwege», weck ich eS un-nütz fände; auch sprach ich nicht mehr vom Balle, alsich sie bei ihrer Zurückkuuft von der Jagd in ihr Zim-mer begletteie, weck ich fürchtete, den König unwilligzu machen. Den dritte» Tag fand ich mich wiederbei Ihnen ein, als sie aus Ihrem Appartement herab-gingen,