horfamuud Ehrfurcht gegen Ihr» Majestäten und durchdie gespannteste Aufmerksamkeit, Ihre Huld zu verdie-nen und in allen Ihren Wünschen Ihnen zuvorzukom-men, stch dieses Glückes würdig machte; außer daßder Herzog von Orleans ein solches Betragen für diegerechteste und unerläßliche Pflicht seiner Tochter hal-ten würde, so würde er eS auch als die einzige dauer-hafte Grundlage ihres Glückes, und als Erhöhungseines eigenen betrachten, wenn er hörte, daß seine Toch-ter Ihnen ganz zu Willen lebe, und er sich schmeichelnkönnte, Ihnen ein Geschenk gemacht zu haben, das zuder Erhaltung Ihrer Freundschaft gegen ihn und zurimmer engern Verknüpfung der von ihm stets so lei-denschaftlich gewünschten glücklichen Einigkeit beitragenkönnte.
Diese Worte wurden sehr gut ausgenommen, dasGespräch breitete stch auf ähnliche Gegenstände aus undendigte sich mit dem ausdrücklichen Befehl des Königsund der Königin, daß ich die Prinzessin oft besuchenund mit ihr sprechen sollte. Die Herzogin Monte-liano und die übrigen Damen drangen deswegen be-ständig in mich. Ich hatte die Prinzessin schon mehr-mals besucht, selbst als sie bettlägerig war; cs war alsonichts neues, daß ich wieder zu ihr ging; übrigenswar ihr Eigensinn, nicht aus dem Zimmer gehn zuwollen, schon im Publikum bekannt geworden, weildeswegen die vorbereiteten Feste aufgeschoben wurden,und alles mit Ungeduld darauf wartete.
Ich ging also zwei - oder dreimal zur Prinzessin, er-hicl» aber aufmeine Fragen nach ihrer Gesundheit nichtsals: ja! und: nein ! und auch dies nicht immer. Icherwählte den Ausweg, ihren Damen in ihrer Gegen-wart das zu sagen, waS ich ihr selbst würde gesagt haben.Diese gaben mir Beifall und gaben ihr Wort dazu.So machte sich in Gegenwart der Prinzessin ein Ge-sprach, das für sie eine wahre Moral war; aber sie
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