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Zweite Abtheilung. Neun und zwanzigster und letzter Band (1806)
Entstehung
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Vorrang vor allen z» nehmen. In dieser Absicht be-gab ich mic!> bei Zeiten m die Capelle, die nach ganzleer von Hvfleuten war. Ich stellte mich rccdtS an dasKniekiffen des Königs, ganz ans Ende, außerhalb desTeppichs und hatte daselbst einen Zeitvertreib, wie ichih» nicht erwartet hatte. Der Cardinal B orgia, imbischöfflichen Ornat, stand an der rechten Seite desAltars, mit dem Gesicht gegen mich gekehrt. Er ließsich von zwei Almosenirern im Chorrvck seine Lectionvorsagen, die ihm ein großes Buch cuffgcschlagen vor»hielten, in welchem der gute Cardinal nicht lesen konnte»Ec strengte sich an, las laut und falsch; die beidenGeistlichen corrigirten ihn, er wurde verdrießlich undschalt sie; nun wurde er von neuem corrigirt und er-zürnte sich immer mehr, bis er sich umkehrce und ihnendie Chorröcke zurückstieß. Ich lachte aus Leibeskräften,denn er sah und hörte nichts; so sehr war er mit seinerLection beschäftigt.

- Die Vermählungen werden in Spanien Nachmit-tags gefeiert. Der Anfang der Ceremonie geschiehtan der Thür der Kirche, so wie auch bei den Taufen.Der König, die Königin, der Prinz, die Prinzessinkamen jetzt nebst dem ganzen Hofe vor der Kirchrhüran und wurden laut angekündigt. Sie sollen warten,rief der Cardinal ganz erzürnt, ich bin noch nicht fer-tig." Sie hielten wirklich still und der Cardinal, rörherals seine Mütze und ungeduldig, daß er nicht lesen konnte,setzte seine Lection fort. Hierauf ging er an die Thür,wo die Ceremonie ziemlich lange dauerte.

Ich wäre aus Neugierde gern gefolgt, wenn ichnicht meinen Platz hätte behaupten müssen. Ich mußtedort manchen Spaß entbehren; denn ich sah den Kö-nig und die Königin lachend und miteinander sprechendhcreinkommen und in ihr Betpult trete». Auch derganze Hof lachte. Der Nuncius trat zu mir und be-

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