zog von Orleans mit allem Pomp in den Wagenhabe steigen unv zur Weihe fahren sehen. Ich ließabspannen und vergrub mich in mein Cabinet.
Den zweiten Tag darauf erfuhr ich von einem Fa-voriten der Frau von Parabere, die damals dieregierende Maitresse, aber dem Herzog nicht treu wartsie habe in der Nacht vor der Weihe bei dem Herzogvon Orleans im Palais Royal geschlafen, (waS seltenin dem Zimmer und dem Bette des Herzogs von Or-leans, sondern fast immer bei ihr geschah). Hier nunhabe er mit ihr von mir gesprochen, mich sehr gelobtund meine Freundschaft gegen ihn gerühmt, unv ge-sagt, daß er dessen, was ich ihm vorgesiellt, einge-denk seyn und nicht zur Weihe gehn wolle, und daßer mir den besten Dank von der Welt wisse.
Frau von Parabere lobte mich ebenfalls, und gabzu, daß ich Recht Hütte, sagte aber zuletzt, er würdedoch zur Weihe gehn. Betroffen sagte der Herzog:ste sey nicht klug. „DaS mag seyn, aber Sie werdendoch zur Weihe gehn." „Und ich sage, daß ich nichthingehn werde," versetzte der Regent. „Und doch,sage ich Ihnen, werden Sie hingehn." — „Aberdas ist doch seltsam; du sagst, der Herzog von St. Si-mon hat Recht, und am Ende, warum sollte ich dennhingehend" — „Weil Ich eS haben will. — „Nundas ist etwas anders! und warum willst du denn, daßich hingehn soll? Was ist das sonderbar!" — War-„um? Darum." — „O! „darum, darum . . . Dasheißt nichts. Sag denn warum, wenn du kannst."„Wollen Sie es also durchaus wissen? " sagte sie nacheinigem Hin- und Wiederreden. „Sie wissen ja, daßich vor einigen Tagen mit dem Abbe DüboiS einenStreit gehabt habe, der noch nichc vorbei ist; Du-bois ist ein Teufel, der alles ausspivnirt, er wird eSerfahre», daß wir diese Nacht hier zusammen geschlafen
haben.