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Zweite Abtheilung. Neun und zwanzigster und letzter Band (1806)
Entstehung
Seite
27
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Villars.

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Der Name, den ihm sein «»ermüdetes Glück bei derNachwelt erwarb, bat mir oft das Lesen der Geschichte entlei»bet; denn seine Freunde haben die Unklughcit gehabt, kurznach seinem Tode Memoires drucken zu lassen, die man au»genblicklich für die seinigen erkennen muß. Um sich deß zuversickern, hat man nur seinen Brief an den König über dieSchlacht bei Fried elingen zu lesen. Es ist der schlecht ge«schriebenste, verwirrtest« Bericht, dir größte Verlegenheir aus«drückend, ohne Genauigkeit weitschweifig. So gut es gehnwill, sucht Er die Unordnung der Disposition zu verdecken,durch welche seine Infanterie bald zu Grunde gerichtet wordenwäre. Er schildert weder den Stand der Armee, noch dieBewegungen, noch die Activn, noch weniger aber, was dieEntscheidung und das Ende davon war. Uebrigens ist der Briefvoll von allgemeinen Lobsprüchen, die niemanden loben, weilsie von niemanden etwas besonderes heraus heben.

Seine Memoires sind in derselben Verwirrung geschrie»ben; und wenn sie weniger ins Detail gehen, so ist dies; nur,um desto mehr Lügen wachen zu können, in denen er immerals Held erscheint, oder um die Sachen so zu stellen, daß al«leS zu seinem Lobe und zum Tadel derjenigen gereicht, die da»bei das meiste Verdienst hatten. Cs finden sich darin Züge,deren Kühnheit so sehr die Lüge verräth, daß man die Frech«heit des vorgeblichen Helden, der auf eine so grobe Weise sichBewunderer zu verschaffen, auch nur hoffen kann, geradezuverachten muß. Die Sucht nach Bewunderung hat ihn andem Ruhme seiner Vorgesetzten, vor denen ich ihn habe krie«chcn sehn, die niederträchtigsten Diebstähle begehn lassen, undihn der frechsten und gewagtesten Werläumdungen schuldig g«macht.

Was seine Negociationen in Baiern und zu Wien betrifft,die mit so schönen Farben geschildert sind, so habe ich Torcydarum befragt, nach dessen Instruktionen er handelte. Tore»/hat mir gesagt, er habe den Roman bewundert; es sey alles er«logen und kein Wort wahr.

So groß war die Eitelkeit Villars's, daß er durch dieLügen, aus denen der Roman seiner Memoires gewebt ist, beider Nachwelt in jedem Fache als ein Held erscheinen wollte;und so groß war die Thorheit derer, die noch vor dem Todeder Augenzeugen und der Zeitgenossen des Wundcrmanucs,der mir aller seiner Kunst, und bei allen seinen großen Wür-den und Staatsämtem nur wie ein Dorscomödiant oder ein

Mark»