26
Villars,
VillarS hatte genug Geist, um mit seinem SelbstvertrauenThoren zu »mponiren, und eine große Leichtigkeit des Ausdrucks,aber dabei eine Weitschweifigkeit und Geschwätzigkeit, die umso unerträglicher wurde, da er immer die Kunst verstand, aufsich selbst zurückzukommen, und mit der Prahlerei eines Gastcogners sich zu loben und zu preisen , als habe er alles vorausgesehn und mit seiner Klugheit gemacht.
Villars hatte eine» außerordentlichen Geiz, die Habsuchteiner Harpye, wodurch er sich im Kriege Haufen Goldes er«worben hat. Wenn er an die Spitze der Armeen kam, sowurde alles drunter und drüber geplündert, indem er selbstauf das schamloseste darüber scherzte, daß er eigne Dctasche«inents dazu gebrauchte, und auf diesen Zweck die Bewegungenseiner Armee hinlenkte. Uebrigens war er unfähig, das De«tail für die Erhaltung der Armee, für Zufuhr und Fourageanzuordnen, und überließ eS denen von seinen Generaloffi«zieren, die es übernehmen wollten, während er sich selbst dieEhre davon zuschrieb.
Seine Kunst bestand darin, die geringsten Dinge und alleZufälle für sich geltend zu machen. Dann ersetzten die Com«plimcnte alles; aber etwas soliders war nicht zu erwarten, erselbst war nichts weniger als das; den» er war voll von Ge»ringfügigkcitr», wenn er nicht durch die Geschäfte hcrausgerif«sen wurde. Er war ein Repertorium von Romanen, Comb»dien und Opern, aus denen er bei jeder Gelegenheit, selbst beternsthaften Conferenze», Brocken anführte. Er kam, so oft erkonnte, nicht aus dem Schauspiele weg, und machte Zagd aufMärchen mit einer Siltenlvsigkeit, die er öffentlich bis in seinletztes Alter forttrieb, das er wenigstens noch dnrch sittenloseRede» entehrte.
Seine Unwissenheit, oder vielmehr seine Untauglichkeitzu den Geschäften, war unbegreiflich, bei einem Manne, derso viel Thcil daran hatte: er verwirrte sich, er war nicht wehrdabei, er sagte das Gcgenrheil von dem, was er sah oder sargen wollte, er war nur damit beschäftigt, seine Autorität zubehaupten, und ließ alles machen, was er selbst hätte machenund sehen müssen.
Ein Mann von dieser Art konnte also schwerlich licbens«würdig seyn; auch hatte er weder Freunde noch Creaturcn,und nie har wohl ein Mann, der so große Aemrer verwaltete,so wenig Achtung genossen.
Der