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Zweite Abtheilung. Neun und zwanzigster und letzter Band (1806)
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Vendome.

ncr ihn anders zu nennen, und da die Gewohnheit zum Rechtgeworden war, ihm dadurch einen Schimpf anzuthun wagte.

Der König hatte stets einen außerordentlichen Abscheu vorder Sodomiterei und vor allem, was dieses Lasters verdächtigwar; demungeachtet wälzte sich Herr von Vendome sein ganzesLeben, mehr als je einer, in diesem schmutzigen Laster, undtrieb cs so öffentlich, als wenn es die unbedeutendste und ge»wöhnlichste Galanterie wäre; und der König, der es immerwußte, schien nie darüber unwillig, oder deßwcgcn wenigergegen ihn gütig.

Dies; Scandal begleitete ihn sein ganzes Leben, am Hofe,zu Anct, bei der Armee. Seine Kammerdiener und Subal»lernoffizierS befriedigten stets diese schrecklichen Lüste; sie warren dafür bekannt, und es wurde ihnen deßwegen von denVertrauten des Herrn von Vendome, und von allen, die beiihm ihr Glück machen wollten, der Hof gemacht.

Es ist bekannt, mit welcher frechen Unverschämtheit erzweimal die große Cur vornahm, und deßwegen Urlaub nahm;er war der Erste, der cs wagte; seine Genesung wurde dieNeuigkeit des Hofs, und man weiß, mit welcher Niederträch»tigkeit diese Neuigkeit ausgenommen wurde, wozu der»nig selbst das Beispiel gab, der diese Schändlichkeit keinemFranzösischen Prinzen verziehen haben würde, Vendome miteiner auffallenden, von ihm nur zu gut gemerkten, Schwächeschonte.

Seine Faulheit trieb dieser aus einen Grad, der unöe«greiflich ist. Er war mehr als einmal nahe daran, aufgeho»den zu werden, weil er sich in den Kopf gesetzt hatte, in ei»nein bequemcrn, aber zu wenig vom Feinde entfernten Quarrlier zu bleiben; oft stellte er das ganze Glück seiner Feldzügeaufs Spiel, und gab dem Feinde beträchtliche Vortheile, weiler sich nicht entschließen konnte, ein Lager zu verlassen, dasihm behaglich war.

Er sah wenig in der Armee mit eignen Augen, und ver»ließ sich auf seine Vertraute», denen er noch dazu sehr oft nichttraute.

Seine Unreinlichkeit war außerordentlich. Er war daraufeitel, und die Unverständigen hielten ihn deßwegen für einenschlichten Mann- Er hielt sehr viel Hunde und Hündinnen,und hatte sie selbst in seinem Bette, wo sie neben ihm ihre Zun»gen warfen; er selbst that sich in nichts Zwang an, und einerseiner Sätze war, daß es alle so machten, aber nur nicht die

Auf.