Vciidome.
21
Aufrichtigkeit hätten, es zu gestehn, wie er. Diesen Sah be<haupkete er gegen die Prinzessin von Conti, eine Dame vonder größten und raffinirtesten Reinlichkeit.
Er stand oft bei der Armee sehr spät auf, dann setzte erfich auf seinen Nachtstuhl, diklirle hier feine Briefe und gabseine Befehle für den Morgen; und dieß war für alle, die mitihm zu thun hatten, nchmlich für die Generaloffiziers und dieausgezeichnelsten Personen, der günstigste Zeitpunkt mit ihmzu sprechen. Diese löbliche Sitte hatte er der ganzen Armeegelehrt.
Er frühstückte wacker, und oft mit zwei oder drei seinerVertrauten; er schlug sein Wasser ab (wir müssen auch dieseschmutzigen Details anführen, um ihn ganz kennen zu lernen),er mochte essen oder Rapports anhören, oder Befehle erthei«len, und immer in Gegenwart vieler Zuschauer; er pißte viel;und wenn das Gefäß zum Ueberfließen voll war, so nahmman es weg und trug es unter den Nasen der Anwesendenhinaus, um es auszuleeren. Wenn er sich rasteren ließ, dienteihm derselbe Pißtopf zum Barbierbecken; und dieß nannte ereine Simpiicität der Sitten, die der ersten Römer würdigsey, und allen Luxus und Ueberfluß der Andern verdamme.
War dieses vorbei, sy kleidete er sich an, spielte nachherPiquet oder l'Hombre, und zwar hoch. Wenn er durchaus we-gen irgend einer Sache zu Pferde mußte, so war dieß dieZeit. Hatte er dann nach seiner Rückkunft Befehle gegeben,so war er mit allem fertig-
Er aß des Abends mit seinen Freunden, und zwar sehrstark; mit außerordentlicher Leckerhaftigkeit, so daß ihm keinGericht recht war; besonders aß er Fische sehr gern, und lie«der altgewordene, oft sogar stinkende, als frische. Die Tafeldauerte lange, man sprach, behauptete, disputirte, und be-sonders war es die Zeit, wo ihm Lobspcüche, Lobeserhebun-gen und Huldigungen von allen Seiten dargebracht wurden;er hätte niemanden den geringsten Tadel verziehen. Er wolltefür den ersten Feldherrn seines Jahrhunderts gelten, undsprach verächtlich vom Prinzen Eugen und allen übrigen. Dergeringste Widerspruch wäre ein Verbrechen gewesen; die Sol-daten und Unteroffiziere beteten ihn an wegen seiner Herab-lassung und wegen der Zügellosigkeit, die er duldete, um da-durch die Herzen der Soldaten zu gewinnen. Dafür entschä-digte er sich aber durch einen »»gemessenen Stolz gegen alle,die an Rang und Geburt ausgezeichnet waren-
bz
Auf