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Zweite Abtheilung. Neun und zwanzigster und letzter Band (1806)
Entstehung
Seite
19
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Vendome.

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Geistlichkeit auf dieser Näübersynede abgeseht, und vom e»sie» Minister nach Auvergne verwiesen wurde.

Vendome.

Vendome war von gewöhnlichem Wüchse» ein wenigdick, aber kräftig, stark und lebhaft. Er hatte ein sehr edlesGesicht und hohe Miene, mit einer natürlichen Anmuth inAnstand und Rede. Er besaß noch viele natürliche Gaben, dieer niemals cultivirte, auch eine große Leichtigkeit des Aus»drucks, unterstützt von einer natürlichen Kühnheit, die nach»her in die zügelloseste Frechheit auSartcte. Ihm stand zn Ge»bot eine große Kenntniß der Welt, des Hofs, und der vor,übergehenden Gestalten desselben; unter einer anscheinendenSorglosigkeit verbarg er die größte Sorgfalt und Kunst, injeder Art Gebrauch davon zu machen. Besonders war Er einbewundernswürdiger Hofmann, der unter dem Schutze derVorliebe, welche der König für ihn, um seiner Geburt Wille»hegte, selbst von seinen größten Lastern Vortheil zu ziehenwußte. Er zeigte sich höflich und geschmeidig durch Kun^aber mit geiziger Wahl und Mäßigung; im höchsten Gradeinsolent, sobald er ungestraft es seyn zu können glaubte, undzu gleicher Zeit mit den gemeinen Lenken vertraut und populär»vermöge einer Affectaiioi., welche feine Eitelkeit verdeckte undihn beim Volke beliebt machte, unter der aber ein Stolz ver,borgen iag, welcher alles begehrte und alles verschlang.

So wie sein Rang und seine Gunst stieg, so stieg auchsein.Stolz, seine Schonungslosigkeit und seine eigensinnigeHartnäckigkeit in dem Maaße, daß er nur für eine kleine An,zahl von Vertrauten und für seine Diener zugänglich wurde-

Lobpreisung, Bewunderung, und endlich Anbetung tvaeder einzige Weg, um sich diesem Halbgotts zu nähern. Eepflegte ungereimte Sätze zu behaupten, ohne daß jemand eswagte, fle nicht ausdrücklich zu billigen. Er kannte und miß,brauchte mehr als jeder Andre die Niederträchtigkeit des Frankzosen. Nach und nach gewöhnte er seine Subalternen, undstufenweise seine ganze Armee daran, daß sie ihn nicht andersals MonleiZneur und votrs ssstlesse nannten.

In kurzer Zeit griff diese Gewohnheit so »m sich, daß fleselbst die Generallieutenants und die angesehensten Personen,einer nach des andern Beispiel, n-ftmschlen , von Lene» kett

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