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Zweyte Abtheilung, Sieben und zwanzigster Band (1804)
Entstehung
Seite
228
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Der Herzog von Orleans versprach für die Dien»sie des Parlamentes erkenntlich zu seyn, und den altenGebrauch, über die Edicte des Königs vor ihrer Pro.tokollirung Vorstellungen zu machen, wieder einzusüh.ren; er erklärte, daß ein Gewiffcnsrath unter demVorsitz des Kardinals NoaikleS niedergeseßt werdensollte und khat sowohl dem Parlament, als noch meh-reren Großen des Reichs, eine unendliche Menge vonVersprechungen, die er nachher treu erfüllt hat.

Alle diese geheimen Unterhandlungen waren vordem Tode des Königs mit aller möglichen Vorsicht ge-schchn; «wer so sorgfältig man auch diese Bewegungenzu verbergen gesucht hatte, so war doch der P. Tellierzum Theil von diesen Verabredungen unlerrichtet. In-dessen verhielt sich der Herzog äußerlich ruhig und ver-barg seine gerechten Ansprüche; aber kaum hatte derKönig den letzten Athemzug gethan, als er den Kardi-nal von Noailles, der vom Hofe relegirt war, und denKönig auf seinem Sterbebette nicht hatte sehen dürrfen, an den Hof zurückrief; er lud ihn nach Versaillesein, um dem jungen Könige seine Huldigung zu lei-sten. Dieser Schritt zeigte zum voraus, daß der Kar-Lina! unter der neuen Negierung des Hasses und derVerfolgung guitt seyn würde; und diese Handlung derToleranz und Freundschaft gab die Versicherung, daßLas alte System schon beym Tode des Monarchen ver-lassen sey und daß der Herzog von Orleans nicht denReligionöverfolger machen werde.

Gleich den andern Tag nach des Königs Tode,am 2. September, versammlete sich Las Parlament.Der Herzog von Orleans, in Begleitung des Herzogsvon Bourbon, des Grafen von Charolois, des Prinzenvon Conti, des Herzogs Maine des Prinzen vonDombes und des Grafen von Toulouse, begab sich inFeyerlichkeir dahin; der Schatzmeister der heil. Kapelle

empfteng