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Zweyte Abtheilung, Sieben und zwanzigster Band (1804)
Entstehung
Seite
226
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Hasses einiger Europäischen Mächte, fand er in seinergrenzenlosen Geduld Trost für seine Leiden und in dennatürlichen HülfSquellen von Frankreich eme Art vonUnterstützung in seinem Unglück. Er empfieng immerdie traurigsten Nachrichten mit fester Miene und trö-stete seine so oft bestürzten Minister und Hofleute, wenner ihnen selbst neue Unfälle verkündigte, und suchte ihrSchrecken zu besänftigen.

Die all;»g?roße Reizbarkeit dieses Fürsten war dieQuelle alles seiues Unglücks. Zu seinem Unglück warsein Temperament für eine übermäßige Liebe zum Ruhmund zum Vergnügen und für die höchste Frömmigkeitgleich empfänglich. Seine Liebe zum Ruhm trieb ihnzu jenen endlosen Kriegen, woher die Unordnung sei-ner Finanzen und das Eiend seines Volkes entsprang.Die Sir.nlichkeit trieb ihn zur Liebe der Frauen, derenverführerischen Stimme er oft das Oht lieh. Er Hey-'rathete heimlich seine Unterthanin, und folgte den Ein-gebungen seiner Beichtvater, die oft die Verwegenheitchatten, sich in die Staatsgeschäfte zu mischen, die ihnmberi.edeten, mit Feuer und Schwert die Protestantenzum Gehorsam zu bringen und die sich der souveränenGemalt, der lenres cscker, des Exils und der Ver-folgung trefflich zu bedienen wußten, um die BulleClemens XI durchzusetzen.

Ludwig xiv behauptete den äussern Glanz derGröße noch auf dem Sterbebette. Er starb, wie ergelebt hatte, geduldig in seinen letzten Leiden und ruhigwie im Glück; er sah ohne Schrecken das langsameSchwinden aller seiner Sinne; er verehrte das Gesetz,das ihn den letzten der Menschen gleich setzte und starbals Held und als Christ.

So wie die Krankheit des Königs sich verschlim-merte, verdoppelte der Herzog von Orleans seine Thä-rigkeit, um sich der Regentschaft zu versichern; er hatte

sich