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Zweyte Abtheilung, Sieben und zwanzigster Band (1804)
Entstehung
Seite
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müthek seines Königreichs unterworfen. Cr hatteden menschlichen Geist umgeschaffen, und ihn der Au.korikat eines einzigen unterworfen; Europa hatte dar.über gestaunt, man nannte ihn Ludwig den Großen.

Dieser Fürst verdankte alles der Natur, denn fürseine Erziehung war schlecht gesorgt und Mazarin enk-.feriice ihn in seiner Jugend von den Geschäften undbeschäftigte ihn nur mit dem Vergnügen und der Liebe.Aber Ludwig siegte über sich selbst und über die Weich-lichkeit des Hofeö. Er zeigte einen thäligen, arbeitsa-men Charakter. Er unterwarf Provinzen, er eroberteStädte in eigner Person und lieferte mehr Schlachten,als irgend einer seiner Vorgänger. Er hatte fast im-mer die Waffen in der Hand und dirigirke alle diemühsamen Arbeiten, welche die Operationen begleiteten.

Er erbte den kriegerischen Geist, der die vorigenRegierungen charakterisier hatte. Er führte im Innen»feines Reiches Krieg, um ein rebellisches Volk zu be-zähmen , und führte auswärts Krieg gegen den Bundaller Mächte von Europa. Der kriegerische Geist waraber immer mit der Liebe zum Vergnügen und mit demLuxus der orientalischen Höfe gepaart.

Gegen das Ende seiner Regierung verließ ihn daSGlück; aber er blieb immer groß und ertrug seine häus»lichen Unfälle und das Unglück des Staates mit derUnerschrockenheit eines Stoikers. Er sah an seinerSeite eine blühende zahlreiche Familie Hinsterben; imZeitraum von zehn Monaten sah er eine Dauphine unddrey Dauphins sterben; es blieb keiner seiner Nach-kommen in Frankreich übrig, als sein Urenkel. Kraftlosund schwankend wegen der unzähligen Unfälle, welcheseine kriegerischen Unternehmungen begleiteten, durchseine Siege wie durch seine Verluste geschwächt, ge-zwungen um Frieden zu bitten, von seinen Ministerngemißhandelr, Gegenstand der Bewunderung und deSDenkwürdig^. XXVH.Bd» P Haffes