Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Sieben und zwanzigster Band (1804)
Entstehung
Seite
221
Einzelbild herunterladen
 

221

A

j°>"i

tz»

tz-d!

^ Ludwig XIV liebte seine Familie zärtlich; aber erhatte seine,Empfindungen immer ohne Vertraulichkeit,Und Affettation zu erkennen gegeben. Auf seinemSterbebette ließ er sich erweichen, wie die übrigen Men-schen. Man sah Len Herzog von Orleans, den Herzog Maine, den Grasen von Toulouse, die Prinzen vonCharolois und Conti, mit Lenen er nacheinander sprach,m Thränen zerfließend von seinem Bette wcggehn.Bald griff der Brand eins seiner Beine an. Der-Mg sah sich nach und nach absterben, ohne das Be«wußtseyn zu verlieren; aber er duldete mit ausseror-dentlicher Gelassenheit alle seine Schmerzen.

Seine Frömmigkeit schien, wegen der gegen dieFeinde der Bu lle vnigeMtus erregten Verfolgungen, aufseinem Sterbebette so beunruhigt, daß er gegen dieKardinäle Rvhan und Bisst seine Reue bezeugte. Ererbot sich gegen sie, VaS Uebel, das er hätte stiften kön-nen, wieder gut zu machen, und bat sie, ihm zu erklä.ren, ob keine Leidenschaft in ihrem Betragen gewesensey. Er äußerte, Laß er keinen Widerwillen hege, denKardinal Noailles zu sehn. Aber le Tellier, welcherdie letzte» Bewegungen des Herzens des Königs be-merkte, erstickte diesen letzten Funken von Güte in ihm»Er erklärte ihm, daß, wenn ec den Kardinal wiederaufuähme, er in einem Augenblick Las Werk seines gan-zen Lebens zerstören würde, und einer der Kardinälesetzte hinzu , er könne den Erzbischofs von Paris nichtsehen, ohne allem abZuschwörep, was er gerhan habe»D^r Kardinal von Noailles sah den König nicht in sei«'nen letzten Augenblicken; aber Ludwig XIV, den eSdrängte, dgH innere,Gefühl seines Herzens zu äussern,erklärte, dass er ihn immer geliebt und geachtet habe»,Er schlug eS dem Karvinal Bissi ab, eine nochmaligeErklärung gegen den Jansen ismus Zu geben, undfaut-,wvrtete mrt den Worten;Ich habe alles gethan, röas' ich