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Sein Hof wurde mit jedem Tage glänzender. Derdes Königs hingegen verminderte sich nach und nach,so wie er sich dem Tode näherte. Hingestreckt auf sei.nein Sterbebette, hatte der Monarch die Kränkung, dieDesertion seiner treusten Höflinge sehn zu müssen; undnoch trunken von seinem Stolz und der Unterwürfigkeitseiner Unterthanen, konnte er vor seinem Tode einse-hen, welche Beweggründe die Großen an Hof rufen,und woher ihre Huldigung entspringt.
Ein Markrschreyer wagte jetzt ein Wunder der- Heilung am Könige zu versprechen, der dem Tode nahewar. Ein Elixir schien seine Kräfte neu zu beleben.
' Der König aß und der Charlatan versprach eine schnelleHeilung.
Auf dieß Gerücht sah der Herzog von Orleanswiederum die Höflinge aus seinem Palaste desertirenund konnte sich nicht enthalten zu sagen, daß, so langeder König noch esse, er keine Seele sehe. DieseAnecdvte zeigt den Königen sehr gut, was ihnen Höf-linge giebt und raubt.
Der König Ludwig XIV bezahlte der Natur dieSchuld Lurch einen sehr schmerzhaften Tod. ZweyMonate vor seinem Ende war seine so starke Gesund-heit schwächlich geworden; aber der sterbende Monarchzeigte eine Seelenstaxke, ähnlich dem Charakter seinerRegierung. Den Tag vor Dem St Ludwigstag wollteer bcym P. Tellier beichten und empfieng an seinemNamenstage das heil. Abendmahl aus den Händen deSKardinals Rohan, Grand-aumonier von Frankreich.Die Iansenisten behaupten, vor Reichung der Hostiehabe ihm le Testier das Formular der anderweitigenGelübde der Gesellschaft vorgelegt, und der König habesie mit viel Andacht gesprochen.
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