Der Herzog dü Maine schränkte die unfruchk-bare Anhaltsamkeit bey des Königs Bette ein; es „warfür ihn ein zu «„greifender Anblick^: er erschien da-selbst lieber nur seltene Augenblicke und verschloß sei«nen Schmerz in fein Cabinet, wo er am Fuße desKreuzes meinte, oder vielmehr auf die bald zu geben-den Befehle zur Vollziehung dessen dachte, ryas ersich hakte im Testament ertheilen lassen.
Was le Tellier betrifft, so war auch er müde demSterbenden beyzustehn. Es hacre ihm die Besetzungeiner Menge lediger Pfründen nicht gelingen wollen;er fürchtete nichts mehr vom Cardinal von Noailles,seit Bisst, Frau vyn Maintenon und er dessen Rück,kehr vereitelt hatten. Da er also vom Könige nichtsmehr zu fürchte», noch zu hoffen hakte, so überließer sich andern Sorgen; so daß allen in dem geheimenKreise der Zimmer und selbst in den Cabinetten dieseAbwesenheit zum Aergerniß gereichte und einige da-von , als Bloin und Marechal, ihrem Unwillen kei-nen Zwang anthaten und einigemal von sich selbst nachTellier schickten. Der König verlangte oft nach ihm,ohne daß er bey der Hand war. Bisweilen kam ergar nicht, weit man ihn weder zu Hause noch irgend-wo ankraf. Wenn er auch zum Könige kam, so gienger immer wieder von selbst weg, und blieb fast mimernur wenige Augenblicke. In den letzten Tagen ließer sich noch weit weniger sehen, da doch ein Beicht-vater, dessen Bemühungen nicht gecheilk waren, indieser Zeit nicht vom Bette hatte wegkommsn sollen.Aber es zeigte sich wohl, daß christliche siebe, Eifereines Seelsorgers, Erkenntlichkeit und Zuneigungnicht die Tugenden dieses lasterhaften Pfaffen waren,und daß ihm feine Tiefe und Arglist, weder die Ner-
gung