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Zweyte Abtheilung, Sieben und zwanzigster Band (1804)
Entstehung
Seite
188
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gewöhnliche Wirkung, sie gänzlich zu verderben. Esdauerte nicht lange, so wurde er es gewahr; aber dieLiebe beherrschte ihn zu mächtig. Er fand eine stolze,hochtrabende, heftige, unversöhnliche Frau in seinerGemahlin, die ihn verachtete und eS ihm suhlen ließ,weil sie unendlich mehr Geist als er hatte und ihm nochdazu durch Falschheit und Entschlossenheit überlegenwar. Sie that-sich sogar auf beydes etwas zu Gute undpiquirte sich, der Religion und des Herzogs von Berry,weil er Religion hatte, zu spotten; und alles das wurdeihm unerträglich. Ihr Bestreben, ihn mit dem He«zog und der Herzogin von Burgund zu entzweycn,was ihr aber mit den beydcn Brüdern nicht gelang,brachte ihn vollends auf. Ihre Galanterien waren soleidenschaftlich, so zügellos, daß er sie sich nicht ver-hehlen konnte. Ihr täglicher und ewiger Umgang mitdem Herzog chon Orleans, wo'alles stockte, wenn erein wenig zugegen war, setzte ihn in Wuth. Es gabzwischen ihnen heftige wiederholte Auftritte. Bey demletzten, der zu Reinborüllek vorsiel, zog ein fataler Zu-fall der Herzogin einen Tritt in den Hintern zu, nebstder ernstlichen Drohung, sie lebenslang in ein Klostereinsperren zu lassen; und er war, als er krank wurde,im Begriff, zum Könige seine Zuflucht zu nehmen, umihm, den Hut wie ein Knabe in der Hand drehend,alle seine Noch zu erkennen zu geben und ihn zu bitten,daß er ihn von seiner Frau befreyen möchte. Dießmag von ihm im allgemeinen hinreichend ftyn; die De-tails würden kläglich und unangenehm scyn; eins sei)genug statt aller. Die Herzogin wollte sich mit allerGewalt vom Hofe weg durch la Haye, den Stallmei-ster des Herzogs von Bexry, den sie zu ihrem Kam-merherrn gemacht hatte, entführen lassen. Die indieser Sache geschriebenen leidenschaftlichen tollen Briefesind aufgefangen worden: man urtheiie nach diesem

Projek.