wer ihm ganz eignen Kunst zu behandeln verstand, halfdem Herzog dü Alaine.
Zu einer Vermählung gezwungen, deren Schänd-lichkeit ihm die Wuch von Madame, das öffentlicheGeschrei) und selbst die Schwäche von Monsieur zeigte,trat der Herzog von Orleans in die Welt ein.
Je eingeschränkter seine Erziehung gewesen war,desto mehr suchte er sich dafür zu entschädigen. Er ver-fiel in Ausschweifungen, er zog die ausgelassenste» zufeiner.Geseilschaft vor; seine Größe und seine Jugend-schienen ihm alles zu erlauben; er nahm sich vor, sichvor der Weit für das zu entschädigen, was er durchfeine Heyrath verloren zu haben glaubte, er verachtetefeine Gemahlin und legte es drauf au, mit ihr in größ-ter Zügellosigkeit zu leben. Daher entstand ihm dieSucht nach Jrreligion und die thörigte Eitelkeit, sichein offenbares Geschäft daraus zu machen.
Daher seine äußerste Abneigung gegen alles, außerdie eklatantesten Atlsschweifungen, die ihm die gewöhn-lichen vernünftigen Vergnügen unschmachhaft machten.Daher seine tödliche sangeweile am Hose, wohin er seineabscheuliche Gesellschaft nicht mitbringen konnte und wo«r doch oft bleiben mußte, wiewohl er dorr nichts fand, wo-anit er sich beschäftigen konnte. Das gegenseitige zwang-volle seben mit seiner Gemahlin und mit allem, wasum sie war, trieb ihn in die Einsamkeit. Er war aberzu sehr au das Geräusch gewöhnt, um sie ertragen zu! könne». Dieß trieb ihn zu der Beschäftigung mit den^Wissenschaften, er fieng an zu labonren, nicht um Goldzu machen, worüber er beständig spottete, sondern umsich mit den interessanten Operationen der Chemie zuamüsiren; er ließ sich eines der wohleingenchtetsten sa-boratorieu bauen, er nahm einen berühmten Chemiker,L.. Denkwürdig?, H. XX VH. H Mit