reS Stillschweigen. Mareschall war der einzige, wel-cher behauptete, daß keine Spuren von Gift da wären,außer so zweydeurige, daß er dergleichen in MehrernLeichen gefunden habe, bey deren Tod man nie den geiringsten Verdacht gehabt habe. Dasselbe sagte er zumir, dem er sonst nichts verhehlte; aber er setzte hinzu,daß er gleichwohl nach dem, was er gesehn habe, we-der für Ja noch für Nein schwören möchte; aber eshieße den König ermorden und ihn mit langsamemGifte dahinopfern, wenn man eine so unglückliche Mei-nung in ihm nährte, die ihm durch ihre Folgen unddurch die Furcht für sein eignes Leben keine Ruhe mehrlassen würde. In der That war dieß die Wirkung vondiesem Leichenöffnungsberichte auf lange Zeit. DerKönig voll Verzweiflung wollte wissen, wo der teuflüsche Schlag hergekommen sevn könnte, und ließ sichdurch das, was ihm Mareschall sagen konnte, nicht be-ruhigen , wiewohl er heftig mit Fagon und Boudindisputirte, welche aber eben so heftig ihre erste Mei-nung vertheidigten und auch in der Folge nicht davonabgiengen.
Boudin, voll Schmerz feine Charge und einePrinzessin voll Güte gegen ihn und mit ihr seine Hoff-nungen verloren zu haben, sprengte überall wie einRasender auS, daß sie ohne allen Zweifel vergiftetlsey;einige andere, welche bey der Section gewesen waren,sagten es ihren Freunden und in weniger als vier undzwanzig Stunden war der Hof und Paris davon voll.Der größte Unwille trat nun zu dem Schmerz überden Verlust einer angcbeteten Prinzessin, verbundenmit Schrecken und Neugierde, welche durch die sogleichdarauf folgende Krankheit des Dauphins noch vermehrtwurden.
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