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Zweyte Abtheilung, Sieben und zwanzigster Band (1804)
Entstehung
Seite
60
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amüsirte sich mit ihr und was ganz gegründet ist, wie-wohl cs erstaunlich klingt, brauchte sie als Stütze undzuweilen als Rathgeberin.

Bcy dieser Galanterie schien doch nie ein WeibWeniger für ihre Schönheit bedacht zu seyn und wem-ger Sorge darauf zu wenden. Ihre Toilette war ineinem Augenblicke gemacht; und das wenige, was siedabey that, war doch nur für den Hof. Sie dachtenur bey Ballen und Festen auf Putz und was sie sonstdafür that, was immer so wenig als möglich war, ge-schah nur aus Gefälligkeit gegen den König. Mit ihrverschwanden Freude, Vergnügen, Zeitvertreib, jedeArt von Anmuth. Todensiille herrschte am Hofe. Siewar die einzige, die ihn belebte, sie füllte alles zugleichaus, sie herrschte überall, sie wirkte bis in das Inner-ste desselben. Wenn der Hof nach ihr noch existirendheißen konnte, so war es die traurigste Existenz. Niewurde eine Prinzessin so vermißt, nie verdiente es einein diesem Grade. Auch wurde ihr Verlust so baldnicht verschmerzt, der unerkünstelte geheime Schmerzüber sie hat lange gedauert, und die schreckliche LeereHar nicht erfüllt werden können.

Der König und Fr. v. Maintenon vom lebhafte-sten Schmerze durchdrungen, der einzige wahre, dender König je in seinem Leben gefühlt hat, traten beyihrer Ankunft in Marly erst bey Frau von Maintenonab. Der König speiste zu Abend allein auf seinem Zinumer und war kurze Zeit mit dem Herzog von Berry inseinem Cabinete, der ganz in seinem Schmerz verloren,welcher aufrichtig und groß war, mehr noch den Schmerzseines Bruders fühlte, welcher übermäßig und grenzen-los war. Er war mit der Herzogin von Berry zuVersailles geblieben, die vor Freuden außer sich, von ih-rer Nebenbuhlerin, die größer und geliebter als sie war,

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