Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Sieben und zwanzigster Band (1804)
Entstehung
Seite
57
Einzelbild herunterladen
 

57

chen nachgeasset und tausend Kindereyen vorgebracht,worüber der König seinen DpaS hatte. Sie bemerkte,daß Madame iaDüchesse und die Prinzessin von Contieinander ansahen, zuwinkten und mit Verachtung übersie die Achseln zuckten. 'Als der König wie gewöhn-lich aufgestanden und in ein Hintercabinet gegangenwar um seine Hunde zu füttern, worauf er denn ge-wohnlich zurückkam und den Prinzessinnen gute Nachtwünschte, nahm die Dauphine Frau von St Simonbe» einer Hand und Frau von Levi beo der an-dern und indem sie auf Madame la Dücchesse und diePrinzessin von Conti zeigte» welche nur einige Schrit«te von ihnen waren, sagte sic: „Haben Sie gesehn,haben Sie gesehn? ich weiß so gut wie diese, daß al-les, was ich gesagt und gethan habe, keinen Menschen-verstand hat und daß es elendes Zeug ist; aber esmuß Lerm seyn und solche Dinge gehören zur Zer-streuung." Hierauf fieng sie an, auf die Arme ihrerBegleiterinnen gestutzt, zu tanzen und zu singen.„Und ich lache und ich spotte über sie und ich werdeihre Königin, und ich brauche mich nicht um sie zukümmern , weder jetzt noch jemals, und sie Werdensmit mir zu thun haben und ich werde ihre Königin,"indem sie immer ans allen Leibeskräften sang, tanzteund sich königlich freute. Die genannten Damen rie-fen ihr ganz leise zu, daß sie schweigen sollte, daß diePrinzessinnen es hörten» daß alle Anwesenden sie beob-achte» könnten, ja sie sagten ihr sogar, sie wäre toll;denn diesen Damen nahm sie nichts übel; aber sie hör-te nicht auf zu tanzen und noch lauter zu singen:„und ich lache über sie und ich habe mich um sie nichtszu kümmern, und ich werde ihre Königin", und sie hör-te nicht eher auf, bis der König zurückkam.

Ach! sie glaubte es, die liebenswürdige Prin-zessin und ach! wer hätte es nicht mit ihr geglaubt?

D 5 Es