daß sie nichts verschieben möchte. Sie dankte für dieAufrichtigkeit des Raches unv sagte, sie wollte sichvorbereiten. Nach einiger Zeit fürchtete man dieZufälle.
Der Iesuite, P. la Rüe, ihr Beichtvater, densie immer geliebt zu hoben schien, näherte sich ihrund ermahnte sie, die Beichte nicht aufzuschieben.Sie sah ihn an und antwortete, sie verstehe ihnwohl, und nichts weiter. Der P. la Rüe schlug ihrvor, die Handlung sogleich vorzunehmen und erhieltkeine Antwort. Er war so klug zu merken, waSsie wollte, und er war so brav, daß er sogleich zu-rückkrat und zu ihr sagte, sie hatte vielleicht einigenWiderwillen, bey ihm zu beichten; er beschwöre siesich keinen Zwang anzuthun, besonders aber nichts,was es auch sey, deswegen zu besorgen; er versprecheihr alles aus sich zu nehmen und er bitte sie nur zu sa-gen, bey wem sie beichten wollte und ec würde sogleichgehen und ihn selbst zu ihr führen.
Hierauf gestand sie ihm, daß sie am liebsten beydem Hrn Bailli, Priester von der Mission des Spren»gcls von Versailles, beichten würde. Dreß war einMann, der sehr in Achtung stand, und er war derBeichtvater von allen, welche am Hofe für die regel-mäßigsten galten. Er blieb, nach Sitte der Zeit,nicht frei) vom Verdacht des JanseniSrnus, welcherunter jenen Mönchen sonst sehr selten war. Er dienteauch als Beichtvater der Frau dg Chatelct und derFrau von Nogaret, welche Domes clu. polsis waren;und diese hatte die Dauphine von Bailli einige mal spre-chen hören.
Bailli war gerade nach Paris gereist. Die Prinzessinwar Deswegen beunruhigt und hatte Lust ihn zu erwar-