-8 -
sie sich eine Herrschaft in Flandern hatte anmaßen wol-len. Ihre Hartnäckigkeit, die sie auch dem Königevon Spanien einzuflößen und dadurch zu verdecken ge»wußt, hatte den Frieden, trotz allen Gegenbemühun-gen des Königs, verzögert, dem es nicht eher gelang,Len König von dieser Thorheit abzubringen, von wel-cher keiner der Alliirten ein Wort hören wollte, biser ihm endlich erklärte, daß er ihn seinen eignenKraf»ten und seinem Schicksale überlassen würde.
Der König hatte lebhaft gefürchtet, daß der Kö-nig von Spanien sich mit der Prinzessin vermahlenmöchte; er hatte ferner ganz die unverhvhlne grenzen-lose Gewalt gefühlt, die sie überden König von Spa-nien, in der einsiedlerischen Eingeschloffenheit, in wel»cher sie ihn im Palast Medinacöli hielt, erhalten hat-te: endlich hatte sich der König durch die Vermählungmit der Prinzessin von Parma tief beleidigt gefunden,die negociirt und abgeschlossen war, ohne daß man ihnden geringsten Therl daran hatte nehmen lassen.
Ueberall König und in seiner Familie mehr alsirgendwo anders, wenn es möglich war, war er nichtgewohnt, seine Kinder wie fremde vermählen zu sehen.Diese Wahl selbst konnte ihm nicht gefallen und dieArt derselben vermehrte sein Mißfallen.
Frau von Maintenon hatte die Prinzessin desUrsins nur darum unterstützt unh auf den Gipfel vonAnschn und Gewalt erhoben, auf den sie wirklich em-porgestiegen war, um durch sie in Spanien zu herr-schen, was sie nicht durch die Minister zu könnenhoffen konnte. Jetzt fühlte sie also lebhaft, daß ihrJoch abgeworfen fey; Ließ zeigte ihr die gänzliche Un-abhängigkeit, mit welcher sie seit dem Tode der Köm-gin Herrschte, und die Art, mit welcher sie ohne alle
Scho-