Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Sieben und zwanzigster Band (1804)
Entstehung
Seite
26
Einzelbild herunterladen
 

26

zurichten, die sie ganz zu ihrem Empfang fertig fände.Er kaufte bey Tours ei.n Stück Land, ohne Gut undHerrschaft, indem sie, als Souveraine der Provinz,dieß nicht nöthig hatte; er sieng an ein prächtigesgroßes Schloß aufzuführen, mit ungeheuren Höfen,mit ungeheuren Wirthschaftsgebäuden, nebst allem Zu-behör, und mit den größten schönsten Gärten, derenPracht die Möbeln aller Art entsprachen.

Die Provinzen, die anliegenden Länder, Paris,der Hof sogar waren erstaunt. Niemand konnte dieUrsache eines so großen Unternehmens und eines soungeheuren Aufwandes für ein bloßes Gartenhausbegreifen; denn ein Haus mitten im Felde, ohne Gü-ter, ohne Einkünfte und Herrschaft kann man nichtanders nennen. Dieser Käsig, so prächtig, so groß fürden kleinen Vogel, der ihn erbaute, war lange ein Rath-sel, und diese Thorheic der Prinzessin des Urstns wardie erste Ursache ihres Falls.

Diese Chimäre war wegen der Hartnäckigkeit deSKönigs von Spanien wirklich Ursache, daß der Friedeverzögert wurde. Endlich mußte er aber dem An-sehn des Königs von Frankreich nachgeben, der ihnvon diesem Artikel, über welchen die Allürten mit Ver-achtung spotteten, so daß sie nie in der Form etwasdavon hören wollten, abzustehen zwang.

Um nicht wieder darauf zurückkommen zu müssen,'wollen wir das Schicksal dieses bewundernswürdigenPalastes, der ganz vollendet und vollkommen ausmö-blirt war, ehe die Prinzessin die Hoffnung veriohr,daselbst die Souveräne zu spielen, sogleich verfolgen.Man konnte sich nicht vorstellen, daß ein so armerGesell wie Aubigny, wie viel Schätze er auch gehäufthaben mochte, ein solches Gebäude für sich aufführenkönne, oder es auch nur wage.

Nur