Frau von Säink Simon besaß ebenfalls das VeKtrauen der Herzoge von C^evreufe und Bemivilliers,wie auch ihrer Gemahlinnen , die von ihrer Tugend>ihrer Lebensklugheit und ihrem Verstand eine großeMeynung hatten. Mir war es erlaubt alles offen,herzig zu sagen , was sich für den andächtigen Herzogvon Charost nicht wohl geschickt hatte. Endlich hatteich auch Gelegenheit bekommen, ihnen von äuffcrstwichtigen Dingen Nachricht zu geben, die aber nochsehr verborgen waren, und die sie sogar nicht glaubenkonnten- bis sie sich wirklich ereigneten. Hierauf wur^den sie gegen mich, den sie nun als einen treuen unwan-delbaren Freund erprobt hatten, vollends ganz offenher»zig.. Es war mir ein süßes Vergnügen, dereinzige Mannam Hofe zu seyn, welcher die innigste Freundschaft unddas volle Vertrauen der Personen besaß,die ausschließendvor andern und ohne einen Unbestand ihres Glücks be-fürchten zu dürfen, eine so bedeutende Rolle am Hofespielen, und auf den Dauphin, der allen Dingen eineandere Gestalt geben konnte, so viel Einfluß haben wür»den. Je mehr meine Verbindung mit den beydenHerzogen bekannt wurde; desto mehr hütete ich mich,mir ein selbstzufriedenes oder gar anmaßlicherS An-fehn zu geben, und bestrebte mich vielmehr, mir inMeiner Lebensweise durchaus ganz gleich zu bleiben.
Vey jener großen Veränderung der Dinge (durchden Dauphin) schienen anfänglich nur zwey Personenam Plahe, ihren Vortheil zu finden; der Herzog vollBeauoilliers, durch ihn der Herzog von ChevreuseZein dritter aber in der Entfernung, nämlich der Crzbi-schoffvon Cambray.
Den beyden Ersteren lächelte nun auf einmalalles zu. Alles drängte sich an sie; ein jeder, wollt-zu jeder Zeit ihr Freund gewesen seyn. Allem die
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