Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Sechs und zwanzigster Band (1803)
Entstehung
Seite
376
Einzelbild herunterladen
 

S?6 ^

durch seine übrigen noch mehr gehoben wurde», under sich die Bewunderung und Anhänglichkeit aller undjeder LaudeSeinwohner, unter welche Herrschaft sieauch eingecheilt waren, so wie ihre Liebe und Achtung,erwarb. Er übte indeß eine andere Lebensweise, dieer nie aus dem Gesicht verlor, und genoß die ganzeAnnehmlichkeit derselben, die er vielleicht in dem Glanz,nach welchem er seufzte, sehr vermißt haben würde,mit einer so anscheinenden Ruhe, daß wenn man nichtgewußt harte, was er gewesen, und was er noch wer-Len konnte, es nie bemerkt worben wäre, auch selbstnicht von denen, die ihm am nächsten waren, undam vertrautesten mit ihm umgiengen. Bey so viel Ta-lenten für die große Welt, erfüllte er dennoch alleseine Pflichten als Bischofs so genau, als ob er nichtsals seine Diöces zu regieren gehabt hätte, und ließsich durch nichts anderes davon abhalkcn. DaS Be-suchen der Hospitäler, die reichliche aber kluge Allmo-senaustheilung, die Klerisey und Gemeinden besorgteer aufs pünktlichste. Er las täglich in seiner Capelledie Messe; verrichtete oft den öffentlichen Gottesdienst,versah alle seine bischöfflichen Funktionen, ohne sie jeeinem andern zu übertragen, und predigte zuweilen.Er fand zu allem Zeit, ohne das Anschn eines Ge-schäftigen zu haben. Sein, jedem offen stehendes Hauö,sogar seine Tafel war wie bey einem Gouverneur vonFlandern eingerichtet, blieb aber doch dabey ein wahr-haft blschöffticher Paliast. Es wohnten beständig vieleausgezeichnete und' andere Offiziere bey ihm, die theilSgesund, theilS krank und verwundet waren, und un-entgeldlich so gut bedient wurden, als wenn es nurein einziger gewesen wäre; er war gewöhnlich bey denmedicinischen und chirurgischen Consultationen selbstgegenwärtig; verrichtete ausserdem noch bey den Kran-ken und Verwundeten die Geschäfte eines Menschen-

freund-