Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Sechs und zwanzigster Band (1803)
Entstehung
Seite
268
Einzelbild herunterladen
 

r6Z

Carls des U. zu Heurathen, welche damals noch großeSchäße besaß, die ihm und ihr den Weg zum Thron Köffnen könnten; obgleich er gewiß seye, keine Nach.kommen von ihr zu bekommen. Nach ihrem Tode ^ 'wolle er alSdenn Frau von Argenton Heurathen. End-lich, um alle dieseWeitläuftigkeiten abzuschnciden, hießes, er habe den Plan die Herzogin von Orleans, mitHülfe der Destillirkolben, der Laboratorien, der Phy.fischen und Chemischen Versuche, und der dabeythä-tigen Betrüger, vergiften. ,

Der Herzog von Orleans war sehr froh, daßseine Gemahlin, welche schwanger war, und einenheftigen Anfall von Colik bekam, (wodurch diese ab-scheuliche Behauptungen noch mehr Gewicht bekamen)bald nachher glücklich entbunden wurde, und sie durchihre Wiebergenesung widerlegte.

Die Antwort von Spanien blieb indessen aus,und der besseren Parthey am Hofe gingen nach undnach mit Schrecken die Augen auf. Der Herzogvon Orleans erwartete sie noch immer. Der König,und mehr noch Monseigneur, behandelten ihn mitvieler Kälte, wodurch seine Lage sehr unangenehmwurde. Ihrem Beispiel folgten die meisten am Ho-fe, und zogen sich öffentlich von ihm zurück.

Ich war damals gewissermaßen in Ungnade. Ich 'ging nicht mehr nach Marly, und dieß konnte bey vlHof nicht unbemerkt bleiben. Meine Freunde warenwegen meiner Verbindung mit dem Herzog von Orle- Äs»» jans besorgt, und baten mich, ich möchte mich.ein wenig t,r ^von ihm entfernen.

Meine Erfahrung hatte mich gelehrt, tvas diese-nige, welche mich haßten oder fürchteten zu Hun imStande waren; die Cabale von Meudon, die eigent.lich von Vendome herkam, war, besonders aber der

' Her-