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Zweyte Abtheilung, Sechs und zwanzigster Band (1803)
Entstehung
Seite
266
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Renaut arretirt worden., und alles dieß nicht ohneZuthun des Königs geschehen sey.

Ich sagte dem Herzog von Orleans: schon dießallein, daß er seit FlolreS Abreise keine Nachrichtenvon'Renaut erhalten habe, hatte ihn für diesen be.sorgt, und für jenen vorsichtiger machen sollen! Ergab es zu, sagte aber hernach:- da Flotte blos als Ue-berbringer der Königlichen Procestation zu diesem Ge-schäft gewählt worden seye, so habe er kein Mißtrauengehegt , und so, wie der König mit ihm hierüber ge-sprochen habe, könne er auch nicht glauben,.daß erselbst die Hände mit im Spiel gehabt habe. Er haltecs blos für einen kühnen Streich der Prinzessin jvonUrsi'pi, welche dadurch einen zweyten Theil zu derGeschichte von den Depeschen des Abt von Estr^esliefere. Sie wolle ihre Neugierde befriedigen undentdecken, mit welchen Feinden sie es eigentlich zuthun habe; diese Neugierde verberge sie unter demVorwand einer Staatsangelegenheit, wobey der ge-ringste Verdacht schon ein auffallendes Verfahren ent-schuldige.

Da mir die Kühnheit und die Kunstgriffe derPrinzessin von Ursini schon vorher bekannt waren,so wurde ich nun durch den Herzog von Orleans nochmehr in meiner Meynung bestärkt, und glaubte, esmöchte gut seyn bis auf die Ankunft der Antwort ausSpanien kein bestimmtes Urtheil darüber zu fallen.

Indessen suchte man, noch ehe diese ankam, dieganze Welt gegen den Herzog von Orleans aufzuhehen.

Damals hatte die Cabale von Meudon gegenden Herzog von Bourgogne zur Hälfte fehlgeschlagen;allein durch sie verlor dieser völlig Monseigneurs Gunst.Die Gelegenheit war zu schön, als daß man sie nichtgegen den einzigen Prinzen von Geblüt, der Ansprü-che machen konnte, nach ihrem ganzen Umfang hätte

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