235
(d. 2Z. Dezember.)
Madame, eS bleibt mir also nach Ihrer Meinungnichts übrig, als Vieles zu ertragen, mich von jedermannbeneiden zu lassen, Geduld zu fassen, und meine Zärtlich«keit gegen Ihre Catholiscyen Majestäten, wo möglich nochzu erhöhen. Die Behauptung, daß wir bei,de über diewichtige Eroberung Sr. königlichen Hoheit unzufrieden seyen,rührt wahrscheinlich) von eben dem Zeitungsschreiber her,welcher Sie zu einer Freundin des Kaisers und mich zueFreundin der Königin Anna und des Herzogs von Savoyenmachte.
Der Marschall von Derwik hat eine Reise nachFrankreich machen wollen; der König befahl ihm aber inSpanien zu bleiben. Wenn er aufrichtig hätte sagen wol«len, was er davon denkt, so hätte er zugeben müssen, daßseine Gegenwart zu Valeuzia und Arragvnicn, wo Se. Ca»tholische Ma>estät ihm eine unumschränkte Gewalt gegebenhat, durchaus notwendig ist.
VII.
Angelegenheiten von Spanien und Frankreich. DerHerzog von Orleans und die Prinzessin Ursini.
Zur Ergänzung des IX. Buchs.
(den 22. Oct. 1708-)
Der Gouverneur von Port « Mahon hat den Platz ausFeigheit oder durch Verrätherey verloren. Er ist aber den«noch eben so unbefangen narb Carrhagena gekommen, als ober in Spanien gut ausgenommen werden würde.
(29. Sctober.)
Ich werde die Ehre haben, Ihnen Madame, alles zutnclden, was Sie, den Herzog von Orleans betreffend, zuwissen verlangen. Allein es kann dieß noch nickt mit dergegenwärtigen Post geschehen, weil man erst wissen muß, waSSe. Königliche Hoheit Ihren Cakholischen Majestäten und