Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Sechs und zwanzigster Band (1803)
Entstehung
Seite
231
Einzelbild herunterladen
 

- 2gr

schm z» leben, mit denen, wie Sie sagen, die Höfe angerfüllt sind.

Milord Berwik hat mir von Sarragossa geschrieben undversichert, baß er in wenig Tagen bey dem Herzog von Ortlcans seyn werbe.

Herr von Nancre wünscht mehr als jemand, daß seinPrinz.die beste Parthey ergreifen möge, weil er für dieHandlungen seines Herrn hasten muß. Er ist in einer Lage,die ick mir nicht wünschen möchte; kenn das Schicksal hakSe. Königliche Hoheit bis jetzt immer aus dornigten Pfadengeführt.

(r6. September.)

(Von den Grandes von Spanien.)

Wenn Se. Majestät einige davon streng bestraft hätte,so wäre die Ligue bald aufgelöst gewesen. Ze mehr man siefür gefährlich hält, desto kühner werden sie. Man kann ihreVerwegenheit durch nichts so sehr unterdrücken, als wennman ihnen zu erkennen gibt, daß sic durchaus nicht furchtbarsind. Dieß ist das einzige Mittel, sie auch bey dem Feindein Mißcredik zu bringen. So lange man andere Grundsätzehaben wird; so lange wird man sich betrügen. Sic schmeich«len sich, an Ihrem Hof eine Zuflucht zu habe», und durchdie Protection des Königs alle mögliche Aentter erhalten zukönnen (wie es auch wirklich wahr ist). Zur Dankbarkeitdafür machen sie überall bekannt, ihr König scy nur ein.Schatten, und Ludwig XIV. beherrsche allein diese Mo«»archie.

Der Herzog von Orleans, welcher sehr gütig gegen michist, hat mir den Wunsch entdeckt, daß er einem gewissenFräulein, die ihm nicht gleichgültig war, gerne eine Art vonAuszeichnung verschaffen möchte. Sie werden leicht errathenkönnen, daß ich von dem Fräulein von Sery spreche. Se.Königliche Hoheit sind in Verlegenheit, wie dieß zu machenscy, und sind auf den Einfall gekommen, der simple Titelals Hofdame der Königin von Spanien, ohne allen Gehalt,würde angemessen seyn. ... Er wünschte Ihnen, Madame,die Verbindlichkeit zu haben, daß der König seine Absichtennicht mißbilligte; denn der Beyfall Sr« Majestät würde den

P 4 König