III
sollten, da der Beystand von Rom, auf welchen siegerechnet hatten, ihnen sehr zweifelhaft zu werden an-sing. Ueberdieß fürchteten sie auch den langsamenRechtsgang zu Paris, Lion, Rom von den sogenann-ten Commissarien in xsreibus.
Diesen gordischen Knoten schien es ihnen leich- 'ter, zu zerreißen als aufzulösen. Dian handelte alsoaus dem Grundsatz: es gäbe eigentlich nur ein einzi-ges Portroyal; man habe blos durch Nachgiebigkeitaus einer Abtey zwei) gemacht; man müsse daher dieSachen wieder auf de» allen Fuß setzen. Uruer diesenbeyden sey eS besser, Portroyal in Paris zu erhalten,als das andere, welches kaum bestehen könne, einelmgcsunde Lage habe, und nur mit alten eigensinnigenPersonen besetzt se», denen ohnehin schon längst oer-boten worden sey, neue Nonnen aufzunchmen. DaSConseil ließ daher ein Unheil ergehen, kraft dessen deeAbtey Portroyal des ChampS in der Nacht vom 2g»auf den 2y. mir französischen Garden und Schweizernbesetzt wurde. Den 2y. gegen Morgen kam der Po-lizei-- Aufseher voiß Argenson, mit einem Theil derSchaarwachtcr und Häscher, um Liese arme Mädchen,als ein militainscher Sieger zu behandeln. Er ließsich die Thore öffnen; das ganze Kloster mußte sichim Capitel versammeln; er zeigte ihnen einen königli-che» Siegelbrief, und in Zeit von einer Viertelstunde,war das ganze Haus aufgehoben.
Schon hatte er eine Menge bespannte Wagenmitgebracht; in jedem derselben saß eine ältliche Frau,und nun vertheilte er in dieselben die Nonnen, nachden Orten ihrer Bestimmung, welches io, 20, zo,
40 und bis ;O Meilen weit entfernte Klöster waren.Jeder Wagen wurde durch einige Hascher zu Pferd be-
gier.