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Lange Zeit nachher entstanden die Streitigkeitenzwischen den Jesuiten und den übrigen Missionaircnvon Indien, über die Ceremonien, welche die Einenfür politisch und zulässig, die andern für abgöttisch er-klarten. Der Streit wurde heftig und fiel nicht zuinVorrheil der Jesuiten aus.
Tellier nahm einen doppelten Antheil daran. Erwarein heftiger Mann, der den MoliniSinuS abgöttischverehrte, und ein leichtes Spiel bey einem reuigen,in Viesen Materien unbekannten König, sich machenkonnte, da dieser außer den Jesuiten noch niemandanders hierüber gehört, sich aber hatte überreden las-sen, die Iansenisten seyen Feinde seiner Macht, aufdie er so unmäßig eifersüchtig war.
Ludwig der XIV. wollte seine Seele retten; erwußte nichts von Religion, und hatte sich sein ganzesLeben hindurch damit beruhigt, auf Kosten AndererBuße zu lhun Er wählte hiezu die Hugenotten undIansenisten, die er beynahe für gleich große Ketzerhielt.
Hier war also ein König, mit unwissenden Per-sonen umgaben, wie die Maintenow wie BeauviilicrS,Chevreuse u. a. mit dem Beyfall eben so unwissender,oder wenigstens nur auf ihr eigenes Glück bedachterHofleute und Cämmerlinge.
Die Klerisey war schon seit langer Zeit durch all-rnählige Machinationen vernichtet, zuletzt aber nochdurch Godet, den Bischof von Chartres, herabgewür-digt worden, welcher das Bisthum mit unwissenden,unbekannten, niedrigen Personen besetzte, die den Papstals einen Gott verehrten, die Grundsätze der franzö-fischen Kirche aber verabscheuten, weil sie keine Kennt.