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Zweyte Abtheilung, Sechs und zwanzigster Band (1803)
Entstehung
Seite
92
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Der Bischof von Meaux unterstützte die Sacheauf seiner Seite bey der Frau von Maintenon, sodaß der König 8 Tage nachher, als der Cardinal wie-der in die Audienz kam, ihm verbot, über diese Ange-legenheit weiter zu sprechen, und ihm erklärte: daß, daer sich selbst Gerechtigkeit genommen habe, er sich nunauch selbst aus der Sache zu ziehen suchen sollte, ohneweiter den König damit zu belästigen, Dieß sey alles,was er für ihn thun könne.

Und dieß war es gerade, was man für die bey»den Bischöfe gewünscht hatte. Sie hatten sich auskerner andern Absicht beklagt, als um der Strafe fürihre, dem Cardinal in ihrem Mandement zugefügteBeleidigungen zu entgehen. Dadurch, daß die Sa-che bey Hof ganz abgewiesen wurde, waren sie nacheiner so öffentlichen und ganz unglaublichen Bor-letznng des Cardinsls von Noailles, der so weitüver sie erhaben war, jetzt dennoch demselben gleichgestellt.

Der Cardinal antwortete dem König in dieser un-angenehmen sage nichts weiter, als: da Cr ihn einerunverdienten, unerwarteten Beschimpfung und Ver-läumdung Preis gebe; so bitte er bloß um gnädigsteErlaubniß, sich vertheidigen zu dürfen. Hieraus ent-ließ ihn der König mit der trocknen Erklärung; daßer thun könne was er für gut finde. Dieß war es,was feine Feinde wollten, die nichts besseres thunkonnten als sich das Ansehen zu geben, als ob sie dieLehre der Kirche zu verrhejdigen sich bestrebten, in demCardinal aber einen Feind derselben vvrauSzusetzen,ungeachtet dessen Sitten und Handlungen von demniederträchtigen, tückischen, jesuitischen Betragen sei,ner Zernde himmelweit enrfexnt war.