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Zweyte Abtheilung, Sechs und zwanzigster Band (1803)
Entstehung
Seite
91
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Ein zwcyter großer Fehler desCardinals war, daßer das Mouvement der zween Bischöfe gegen jIuesnelriebst dem (gedruckten) Schreiben an den König nichtin diese Audienz mitgcbracht hatte. Wenn er Ihmeinige Stellen daraus vorgelcsen, und Ihn aus Dievorzüglichsten Verläumdunqen darin aufmerksam ge-macht hätte; so würde es ihm nicht schwer geworbenseiin, den König in feiner damaligen gnädigen Stim-mung zu überzeugen, daß die ganze Sache nur Carba!e war,, um Aufsehen zu erregen; und daß zwei)einfältige Landbischöfe, ohne Zuthun anderer nichtim Stande seyen, ein solches Vorhaben zu fassen undmit so vieler Kunst, Gewandtheit und Wärme auszu-führen. Er würde gewiß den König dahin gebrachthabendaß er sieb der Sache angenommen, und sievöllig unterdrückt hätte.

Allein der langmükhige, sanfte Cardinal warnicht für dergleichen Hofangelegenheiten gemacht. VollZuversicht auf fein gutes Gewissen, voll Vertrauenauf das, was er an sich war und bey dem Könige galt,begnügte er sich damit, daß er am Ende der Audienzdie Sachen wieder auf den Punkt zurück gebracht hat-te, wo sie vor dem Brief der beyden Bischöfe an denKönig gewesen war. Er zweifelte nicht, setzt die hin-längliche Genugthumig zu erhalten, welche ihm derKönig zugcsagt hatte, als er das erstemal darübermit ihm sprach.

Tellicr bekam nachher zu rechter Zeit auch den Kö-nig zu sprechen. Er wußte Mittel zu finden, um denKönig aufs neue auf die Eingriffe in seine Macht auf-merksam zu machen. Er stellte ihm vor , daß Er denverlassenen Prälaten, die in Gefahr stünden, um derreinen Lehre Willen verfolgt zu werden, seinen Schutz»ncht versagen dürfe.

Der