77
i„ Furcht zu scheu. Daher die unaufhörlichen zahl-lesen Verhaftsbriefe, der Streit mir den Parlamni.lern, die unendlich häufigen Dispensationen von dengewöhnlichen Gerichtshöfen, die Suspension aller Ge.richte, und endlich die durchgängige, öffentliche Versa-gung aller Justiz, und alles Schuhes bei» allen denen,welche ihr Gewissen unter das neue Joch nicht geradenach der ihnen vorgeschriebenen Art beugen wollten. Dieimmerwährenden Inguisilionen erstreckten sich sogarbis avf die simplen Lagen. Die Verfolgungen stiegenausö höchste; eine unendliche Menge Menschen wur-de» verbannt, andere in Staats'Gefängnissen undlmterirrdischen Kerkern verhaftet. Eben daher enrstai dVerwirrung und Zerstörung in den Klöstern. ManHane jetzt eine unerschöpfliche Quelle wiUkührlicherVerläumdungen und Beschuldigungen entdeckt, Per-sonen aus allen Ständen, ohne daß sie die geringsteAhnung davon gehabt haben konnten, wurden der) demKönig, bei) Hof, und in der Stadt ousgeschwarzt,um ihre Entfernung oder Verbannung zu bewirken,damit man ihre Stellen nach dem Willen der Ober-Häupter von der herrschenden Partey, der Jesuitenund Sulpicianer, denen alles erlaubt und reckt war,wieder ersetzen konnte. Eine unendliche Anzahl Men-scheu aller Art mußte dieselben Prüfungen erdulden,welche die Christen unter den arianischen Kaisern, undunter Julian dem abtrünnigen erduldeten, dessen Po-litik und Grausamkeiten man nachzuahmcn schien.Daß der Religions-Eifer nicht wirklich auch unterden gewöhnlichen ffrvmmen Ceremvnien Blut vergoß,während die vielen Schlachtopfcr desselben, auf eineandere Art umkamcn, lag wenigstens nicht an den Je»suite», deren grausamer Sinn bey dieser Gelegenheitso sehr über ihre Klugheit siegte, daß sic sich srey zusagen erlaubten: „Es müsse Blut vergossen werden."